Brandschutz-Mängel! Wie sicher sind Dresdens Schulen?

Eine frühe Variante des Typs Dresden Atrium. Viele müssen neben dem 2. Rettungsweg mit Schotten gegen Rauch nachgerüstet werden.
Eine frühe Variante des Typs Dresden Atrium. Viele müssen neben dem 2. Rettungsweg mit Schotten gegen Rauch nachgerüstet werden.  © Ove Landgraf

Dresden - Geweißt und gewienert präsentieren sich die Schulen zum Unterrichtsstart. Doch bei Bauten des Typs „Dresden“ schwingen Sorgen mit.

Denn eine große Anzahl der Schulhäuser hat Brandschutz-Mängel, behauptet ein Insider.

Die Richter am Arbeitsgericht Dresden staunten, was Achim S. (61) da erzählte: Bevor der Referatsleiter in der Landesdirektion (LDS) bei der Verhandlung zu seiner Klage Stellung nimmt, nämlich dem Entzug von Befugnissen, gab er einen Überblick zum Zustand des Schultyps „Dresden“ in Ostsachsen.

Sein Befund: „Es gibt systemische Mängel!“

Aufgefallen war das bei Stichproben im April 2016. Damals wurden bei drei von fünf Schulen in Ostsachsen und Dresden „erhebliche Mängel“ festgestellt.

Die anschließende Generalprüfung von 86 Schulen im Gebiet ergab bei 57, dass sie eigentlich ganz oder teilweise dicht gemacht werden müssten - der zweite Rettungsweg und rauchsichere Abschnitte fehlten.





Er verteidigt sich: Frank Schöning (FBK), Bürgermeister von Kreischa.
Er verteidigt sich: Frank Schöning (FBK), Bürgermeister von Kreischa.  © Steffen Füssel

Allein in Dresden wurden 33 von 43 geprüften kommunalen Schulen beanstandet. Dazu zwei der zehn privaten. Doch statt auf Sofortschließung zu bestehen, schlug S., wie er schilderte, Grundsatzgespräche mit den Schulträgern vor.

Nicht nur, um Konzepte zu erbitten. Sondern auch, um zu erfahren, warum der Zustand trotz regelmäßiger Brandschauen nicht für Bedenken sorgte. Die Sanierungs-Kosten von rund 150 Millionen Euro allein für Dresden? Doch plötzlich verlor S. seine Zuständigkeit.

„Auslöser war der Bürgermeister von Kreischa“, so S. „In die dortige Schule hätten mindestens 300.000 Euro investiert werden müssen“. Besagter Bürgermeister, Frank Schöning (FBK), widerspricht.

Auch sei die Schule in Ordnung. Die Stadt Dresden lässt ebenso ausrichten, das (inzwischen) alles in Ordnung sei. Und die LDS beteuert, dass weiter alles überwacht werde, trotz geänderter Zuständigkeiten im Hause.

Dafür hat der Sächsische Städte- und Gemeindetag gesorgt. Er nämlich bat die LDS wegen des übereifrigen S. um „Klärung“.

„Tatsächlich aber sind die Probleme geblieben“, so S.‘ Anwalt Volker Backs wütend. Noch immer sei der Brandschutz flächendeckend unzureichend.

Die Schulen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Manche haben bereits einen zweiten Rettungsweg, aber ihnen fehlen Notausstiege aus den Kellern.
Die Schulen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Manche haben bereits einen zweiten Rettungsweg, aber ihnen fehlen Notausstiege aus den Kellern.  © Ove Landgraf

Schulbücher kommen erst nächste Woche





In Dresden wurden Schulbücher im Wert von 3,2 Millionen Euro zu spät 
bestellt.
In Dresden wurden Schulbücher im Wert von 3,2 Millionen Euro zu spät bestellt.  © dpa/Hendrik Schmidt

Etliche Schüler in Dresden müssen erst mal ohne neue Schulbücher auskommen.

Weil eine Bestellung des Schulverwaltungsamtes zunächst scheiterte, folgt die Auslieferung für Oberschulen, Berufliche Schulen und 25 der 32 Dresdner Gymnasien verspätet (TAG24 berichtete). Auf Nachfrage beim Schulverwaltungsamt hieß es am Montag, dass die Lieferungen für diese Schulen voraussichtlich in der ersten und zweiten Schulwoche erfolgen.

Anders bei den Grundschulen, Förderschulen und einigen wenigen Gymnasien: Hier erfolgte die Bestellung noch rechtzeitig. Die Bücher wurden größtenteils ausgeliefert.

Insgesamt handelt es sich um Schulbücher im Wert von 3,2 Millionen Euro. Die Schulen ohne neue Lieferungen sollen jetzt erst mal auf alte Bestände zurückgreifen ...


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