Brauer wehren sich gegen Gift-Vorwurf

Bei der Verarbeitung der Rohstoffe, wie hier Hopfen, wird auf eine geringe Schadstoffbelastung geachtet.
Bei der Verarbeitung der Rohstoffe, wie hier Hopfen, wird auf eine geringe Schadstoffbelastung geachtet.

Von Torsten Hilscher

München/dresden/Berlin - Da hatte wohl jemand zu tief ins Glas geschaut! Bier, vor allem Sächsisches, kann weiter ohne Bedenken getrunken werden.

Eine Studie, die im Kühlen Blonden krebserregende Stoffe ausgemacht hatte, wird jetzt zerrissen.

„Der gemessene Wert ist gesundheitlich nicht relevant“, sagt die Chefin des Sächsischen Brauerbundes, Barbara Sarx-Lohse.

„Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener laut Bundesinstitut für Risikobewertung an einem Tag 1000 Liter Bier trinken.“ Obwohl das Bundesministerium dies wisse, spricht es von einer gesundheitschädlichen Wirkung schon bei kleinsten Mengen.

Hintergrund der Aufregung: Das Umweltinstitut München hat 14 beliebte Biermarken Deutschlands auf Spuren des Unkrautvernichters Glyphosat hin untersucht und ist nach eigenen Aussagen bei jedem getesteten Produkt fündig geworden, auch bei der Marke Radeberger.

Der Brauerbund ist sich sicher, dass der Genuss von Bier unbedenklich ist.
Der Brauerbund ist sich sicher, dass der Genuss von Bier unbedenklich ist.

Vor allem der Deutsche Brauerbund (DBB) ist mächtig sauer: „Der DBB weist den Vorwurf des Umweltinstitutes, die Brauereien würden ihre Rohstoffe nicht ausreichend kontrollieren, als absurd und völlig haltlos zurück. Die Brauereien betreiben einen hohen Aufwand, um die vier natürlichen Rohstoffe Wasser, Malz, Hopfen und Hefe auf mögliche Schadstoffe zu kontrollieren.“

Zum Vorwurf selbst heißt es: „Wie das Umweltinstitut in seiner Veröffentlichung selbst feststellt, finden sich Spuren von Glyphosat inzwischen fast überall. Auch in Bio-Lebensmitteln konnte der Wirkstoff bereits nachgewiesen werden. Unzählige Studien haben diese Spuren für gesundheitlich unbedenklich erklärt.“

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stufe in einer Studie die in Lebensmitteln nachgewiesenen Spuren als unbedenklich ein, heißt es zudem.

Weiter äußerste sich der Brauerbund kritisch zu der Studie: „Da uns weder die vollständige Untersuchung vorliegt, noch die Analysemethoden hinreichend belegt wurden, müssen wir die Seriosität der Untersuchung ernsthaft in Zweifel ziehen.“

Auch das dargestellte „Ranking“ der Biere sei „absolut unseriös“, stelle doch das Umweltinstitut selbst fest, dass der Test nur auf einer kleinen Anzahl von Proben beruht und keine generelle Aussage über die Belastung des Bieres einer bestimmten Marke zulässt, zitiert der Brauerbund.

Es wird vermutet, dass mit der Studie Einfluss auf die für Anfang März 2016 vorgesehene Entscheidung der EU-Staaten über die Verlängerung der Zulassung für Glyphosat genommen werden soll.

Fotos: dpa


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