Viel Widerstand: RWE will im Tagebau Hambach weiter Grundwasser abpumpen

Kerpen/Tagebau Hambach - Gegen den Antrag des Energiekonzerns RWE, weiter Grundwasser für den Tagebau Hambach abzupumpen, gibt es Widerstand.

Der Tagebau Hambach ist bis zu 400 Meter tief.
Der Tagebau Hambach ist bis zu 400 Meter tief.  © DPA

Bisher seien 1400 Einwendungen gegen den Antrag eingegangen, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg nach Ablauf der Einwendungsfrist in 34 von 35 Kommunen.

Kommunen, Umweltverbände, Bürgerinitiativen, Bürger, aber speziell auch Landwirte hätten gegen das Vorhaben argumentiert, sagte Behördensprecher Andreas Nörthen.

Der sogenannte wasserrechtliche Erlaubnisantrag für den Zeitraum von 2020 bis 2030 gelte für die planmäßige Fortführung des Tagebaus.

Aber selbst bei einem vorzeitigen Ende des Tagebaus müsse noch über Jahrzehnte Grundwasser abgepumpt werden, um die Standsicherheit der Böschungen zu gewährleisten, sagte Nörthen.

Der Grundwasserspiegel müsse unter die tiefste Stelle des über 400 Meter tiefen Tagebaus abgesenkt werden. Das gelte auch für die Zeit der Rekultivierung.

Absenkung des Grundwassers laut RWE notwendig

Die Reste des Hambacher Forstes am Rande des Tagebau Hambach.
Die Reste des Hambacher Forstes am Rande des Tagebau Hambach.  © DPA

Falls der Hambacher Forst erhalten bleibe, müsse um den Wald herum Abraum gewonnen werden, um die steil stehenden Betriebs-Böschungen abzuflachen.

"Wenn die Arbeiten laufen, muss auf jeden Fall das Grundwasser großräumig abgesenkt bleiben, damit es da nicht zu unkontrollierten Böschungsrutschungen oder -abrutsuchungen mit großen Auswirkungen auch außerhalb des Tagebaus kommt", sagte Nörthen.

Ein möglicherweise früheres Ende des Tagebaus werde sich nicht auf die Menge des abzupumpenden Grundwassers auswirken.

Das sieht der Umweltverband BUND anders. Er fordert die Bezirksregierung Arnsberg auf, den vorliegenden Antrag abzulehnen. Mit der absehbaren Verkleinerung werde der Tagebau nicht ganz so tief.

Und dafür müsste dann auch weniger Grundwasser entnommen werden, erklärte BUND-Sprecher Dirk Jansen. Die Behörde solle RWE aufgeben, bis Dezember 2019 einen geänderten Antrag für die sogenannte Sümpfung vorzulegen, der dann auch die absehbare Verkleinerung des Tagebaus berücksichtige.

Titelfoto: DPA

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