AfD: Meuthen weiter an Spitze, Chrupalla folgt auf Gauland

Braunschweig - Die AfD hat Jörg Meuthen (58) als einen ihrer beiden Bundesvorsitzenden im Amt bestätigt.

Jörg Meuthen bleibt als AfD-Bundesvorsitzender im Amt.
Jörg Meuthen bleibt als AfD-Bundesvorsitzender im Amt.  © Sina Schuldt/dpa

Der Europa-Parlamentarier setzte sich am Samstag beim Bundesparteitag in Braunschweig gegen die Mitbewerber Nicole Höchst und Wolfgang Gedeon mit 69,18 Prozent der Stimmen durch.

Die Bundestagsabgeordnete Höchst kam auf 24,83 Prozent, der mit Buh-Rufen empfangene Gedeon nur 3,77 Prozent.

Meuthen rief in seiner Vorstellungsrede die AfD auf, in den nächsten Jahren Regierungsfähigkeit zu erwerben. "Wir müssen bereit sein. Deutschland braucht uns", sagte er.

Die Partei habe in den vergangenen Jahren ihre Professionalität deutlich verbessert, dürfe dabei aber jetzt nicht stehen bleiben. "Jetzt kommt erst die eigentliche Bergetappe."

Meuthen bezeichnete seinen politischen Kurs als "konservativ, freiheitlich und patriotisch".

Der alte und neue AfD-Vorsitzende wandte sich strikt gegen einen Rechtsruck seiner Partei. "Für eine Rechtsaußenpolitik stünde ich nicht zur Verfügung", betonte er.

Meuthen seit Juli 2015 an AfD-Spitze

Er halte auch die Unvereinbarkeitsliste der AfD, die eine Mitgliedschaft in bestimmten anderen Gruppierungen wie der Identitären Bewegung ausschließt, für absolut notwendig.

Meuthen steht seit Juli 2015 an der Spitze der AfD - anfangs als Co-Vorsitzender neben Frauke Petry, später zusammen mit Alexander Gauland, der sich in Braunschweig vom Parteivorsitz zurückzog.

Für seinen Posten kandidierten die Bundestagsabgeordneten Gottfried Curio und Tino Chrupalla sowie die niedersächsische Landesvorsitzende Dana Guth.

Update 17.40 Uhr: Tino Chrupalla gewählt

Die AfD hat den sächsischen Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla (44) zum zweiten Parteivorsitzenden neben Meuthen gewählt.

Der 44-Jährige tritt die Nachfolge von Gauland an, der ihn als Kandidaten vorgeschlagen hatte.

Update 19.45 Uhr: Meuthen rechnet mit Bundestagswahl

Nach der Entscheidung der SPD-Basis für die GroKo-Kritiker Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken als neue Parteivorsitzende rechnet AfD-Chef Jörg Meuthen mit einer vorgezogenen Bundestagswahl im kommenden Jahr.

Die SPD sei eine "ehemalige Volkspartei im Niedergang", sagte der frisch im Amt bestätigte AfD-Vorsitzende am Samstag beim Bundesparteitag in Braunschweig.

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel sagte darüber hinaus: "Ich wünsche mir Neuwahlen." Der "Krampf" der großen Koalition müsse beendet werden.

Der 58-jährige Europa-Parlamentarier setzte sich beim AfD-Bundesparteitag durch.
Der 58-jährige Europa-Parlamentarier setzte sich beim AfD-Bundesparteitag durch.  © Sina Schuldt/dpa

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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