Wird sich jetzt alles klären? Mutmaßliche Braut-Betrügerin muss vor Gericht

Das Brautmoden-Gechäft der 67-Jährigen ist mittlerweile geschlossen und geräumt. Nichts erinnert mehr an ihre angeblichen Betrügereien.
Das Brautmoden-Gechäft der 67-Jährigen ist mittlerweile geschlossen und geräumt. Nichts erinnert mehr an ihre angeblichen Betrügereien.

Bielefeld - Eine schlechte Nachricht folgte auf die nächste: Für viele Bräute, die bei Agora Brautmoden in Bielefeld ihr Traumkleid fanden und direkt bezahlten, kam es immer dicker.

Erst wurden sie von der Geschäftsführerin hingehalten, dann kam raus, dass sie ihr bezahltes Kleid niemals sehen werden. Die Chefin ist insolvent, darf seit rund 27 Jahren eigentlich kein Gewerbe mehr führen.

Doch langsam wird die Luft dünner für die 67-Jährige! Denn wie das Westfalen-Blatt berichtet, muss sich die ehemalige Geschäftsführerin am 29. September vorm Amtsgericht Bielefeld verantworten.

Es geht um zwei Kredite in Höhe von insgesamt 69.000 Euro, die sie nie zurückgezahlt haben soll. "Die Frau hat ihre Zahlungswilligkeit vorgetäuscht, die Kredite aber nicht getilgt", erklärt Stefanie Lange, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, gegenüber der Zeitung.

Auch eine Rechnung über 13.990 Euro von einem Haushaltswaren-Geschäft an der Obernstraße, in dem sie ausgiebig shoppen war, wurde angeblich nie beglichen.

"Meine Mandantin bestreitet die Vorwürfe. In der Hauptverhandlung wird sich alles aufklären", so Rechtsanwalt Dr. Holger Rostek, der die 67-Jährige nicht zum ersten Mal verteidigt.

Denn der Prozess im September ist nicht das einzige Verfahren, das gegen die ehemalige Geschäfts-Inhaberin läuft: "Gegen die Frau laufen noch mehrere Verfahren, die noch nicht abgeschlossen sind", so Lange. Dabei soll es sich unter anderem um weitere, nicht zurückgezahlte Kredite handeln.

Allerdings könnte es ein Problem geben: Seit die Wohnung der mutmaßlichen Betrügerin am 21. März zwangsgeräumt wurde, hat sie laut Informationen aus Ermittlerkreisen keinen neuen Wohnsitz angemeldet. Ist die 67-Jährige untergetaucht? Dieses Gerücht macht auch unter den zahlreichen betrogenen Bräuten die Runde.

Eine Braut will erfahren haben, dass sich die Ex-Chefin nicht in Bielefeld aufhalte. "Ich bin jeden Tag in Bielefeld", behauptet hingegen die Angeklagte. Auch andere Zeugen haben sie in letzter Zeit unter anderem in der Altstadt gesehen.


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