Schluss mit lustig! Betrogene Braut verklagt Modefirma

Das Brautmodengeschäft ist mittlerweile geschlossen.
Das Brautmodengeschäft ist mittlerweile geschlossen.

Bielefeld - Gegen die mutmaßliche Braut-Betrügerin und ehemalige Inhaberin von Agora Braut- und Abendmoden in Bielefeld wird schon seit längerer Zeit ermittelt (TAG24 berichtete).

Doch nicht nur sie hat für viel Ärger bei den betrogenen Bräuten gesorgt, die Kleider bestellten und bezahlten, diese aber nie geliefert bekamen. Auch die Hersteller-Firma steht scharf in der Kritik.

So sollte sich Manuela Wolke (45), die zur Sprecherin der Opfer wurde, ein Ersatzkleid beim Hersteller in Polen aussuchen. Sie wurde auch fündig - doch am Ende wieder enttäuscht!

Das gelieferte Kleid hat nichts mit dem zu tun, was sie bei Agora vor Ort ausgesucht hatte. Bis kurz vor ihrer Hochzeit war die 45-Jährige verzweifelt auf der Suche nach ihrem Traumkleid, das sie eigentlich längst bei der Firma gefunden hatte, aber nie bekam.

Jetzt will sie die Firma verklagen. Ihre Anwältin, Nicole Meise, wird die Klage einreichen. Sie ist der Überzeugung, dass die Firma für die Schäden, die das gleichnamige Geschäft in Bielefeld angerichtet hat, aufkommen muss.

Bestellung und Lieferung weichen an vielen Stellen voneinander ab. Manuela Wolke ist enttäuscht.
Bestellung und Lieferung weichen an vielen Stellen voneinander ab. Manuela Wolke ist enttäuscht.

"Dem Unternehmen hätte auffallen müssen, dass etwas nicht stimmt. Spätestens als die Geschäftsleiterin aufgehört hat, Vorschüsse zu überweisen", erklärt Meise gegenüber der Neuen Westfälischen.

Es geht um eine Gesamtsumme von 3000 Euro. Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere Klagen folgen. Immerhin meldeten sich im Laufe der Zeit immer mehr betrogene und verzweifelte Bräute bei Manuela Wolke.

Die Anwältin und ihre Mandantin hoffen jetzt darauf, dass die polnischen Anwälte das Amtsgericht Bielefeld als zuständig anerkennen.

Auch die Klage gegen die Stadt, weil die versäumt hat, die 67-jährige Inhaberin des Brautmodengeschäfts in Bielefeld zu kontrollieren, ist immer noch aktuell, momentan allerdings "zweitrangig". Seit 27 Jahren durfte sie eigentlich kein Gewerbe mehr führen.

Konsequenzen gab es für die mutmaßliche Betrügerin nie. Das könnte sich bald ändern: Mittlerweile kamen zahlreiche Anzeigen gegen sie rein. Noch gibt es aber keinen Verhandlungstermin.

Erstmal muss sich die 67-Jährige Ende September wegen anderen Betrügereien vor Gericht verantworten (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Screenshot/Facebook


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