Betrogene Braut bestellt neues Kleid und wird wieder enttäuscht

Seit Monaten sorgt dieses ehemalige Brautmoden-Geschäft in Bielefeld für negative Schlagzeilen.
Seit Monaten sorgt dieses ehemalige Brautmoden-Geschäft in Bielefeld für negative Schlagzeilen.  © Screenshot/Facebook

Bielefeld - Es ist ein Trauerspiel! Gutgläubige Bräute wurden in Bielefeld von einer Brautmoden-Inhaberin, die seit 1993 eigentlich keine Geschäfte mehr führen darf, hinterlistig um ihr Geld gebracht, ohne dass sie jemals ihre bezahlten Traumkleider zu Gesicht bekommen haben (TAG24 berichtete).

Eine Kundin berichtet regelmäßig über die Fortschritte und zahlreiche Rückschläge in dem Fall, der seit Monaten durch die Medien geistert. Ende 2016 bestellte Manuela Wolke (45) ihr Kleid in dem Bielefelder Brautmodengeschäft. Die gängige Masche der Chefin: Die Kleider sollen bar und vor Ort bezahlt werden.

Die 45-Jährige dachte sich zu diesem Zeitpunkt noch nichts Böses und zahlte die verlangten 1500 Euro. Ein Fehler, wie sich allerdings erst Monate später herausstellen sollte.

Im März 2017 kam das erste Anzeichen, dass etwas nicht stimmen konnte. Ein Anprobetermin musste abgesagt werden. Der Grund: Vom bestellten und bezahlten Kleid fehlte jede Spur. Nur kurze Zeit später wird klar: Manuela Wolke ist nicht die erste Braut, die von der Chefin des Brautmoden-Ladens hintergangen wurde.

Bestellung und Lieferung weichen an vielen Stellen voneinander ab. Manuela Wolke ist enttäuscht.
Bestellung und Lieferung weichen an vielen Stellen voneinander ab. Manuela Wolke ist enttäuscht.

Auch ein langes Hin und Her mit dem polnischen Hersteller führt nicht zum gewünschten Erfolg. Denn obwohl die 45-Jährige das Angebot bekommt, nach Polen zu fahren, um sich dort ein Ersatzkleid auszusuchen, bringt das nur neue Probleme mit sich.

Denn vor Ort verliebt sich Manuela Wolke tatsächlich in ein anderes Kleid, gibt es in Auftrag mit der Hoffnung, dass jetzt alles gut wird und sie endlich ein Brautkleid bekommt.

Doch Mitte Mai dann der nächste Rückschlag: Es kommt zwar ein Kleid an, allerdings hat das an vielen Stellen nichts mit dem zu tun, was sie bestellt hat. Der kurze Rock ihres Kleides entspricht nicht ihren Vorstellungen.

Er ist zu weit, aus einem anderen Stoff und in andere Falten gelegt als bei der Anprobe in Polen (siehe Bild). Außerdem fehlen Stulpen für Arme und Beine, die die Braut zusätzlich bestellte. Die kratzende Korsage, die ansonsten perfekt passt, schien da noch das geringste Problem zu sein.

Um dem Hersteller noch mal die Chance zu geben, alles auszubessern, schickt die 45-Jährige das komplette Kleid zurück nach Polen. Doch was dann zurückkommt, bringt für Manuela Wolke das Fass zum Überlaufen.

Mit diesen drei Spitzen-Stücken soll sich die betroffene Braut die Stulpen für Arme und Beine bei einem Schneider in Deutschland anfertigen lassen.
Mit diesen drei Spitzen-Stücken soll sich die betroffene Braut die Stulpen für Arme und Beine bei einem Schneider in Deutschland anfertigen lassen.  © Screenshot/Facebook

Weder die kratzende Korsage noch der unpassende Rock wurden ausgebessert. Stattdessen packte die Firma drei Spitzen-Stücke ins Paket, damit die Braut sich die Stulpen für Arme und Beine von einem Schneider in Deutschland anfertigen lassen kann.

Wie die drei Spitzen-Stücke dafür ausreichen sollen, fragt sich nicht nur die 45-Jährige. "Sag mal hat Frau nicht zwei Arme und zwei Beine?? Da drei mal Spitze", schreibt eine Frau ungläubig in die Kommentare bei Facebook.

Auch Manuela Wolke ist enttäuscht: "Wenn sie wenigstens Stoff dabei gelegt , oder die Korsage ausgebessert hätten, hätte man zumindest einen guten Willen gesehen! [...] NIE WIEDER DIESE FIRMA!", lautet ihr Fazit.

In den nächsten Tagen will sich die betrogene Braut auf die Suche nach einem neuen Kleid machen - zum dritten Mal! Und was hat die Brautmoden-Verkäuferin in der Zwischenzeit gemacht?

Obwohl sie insolvent ist und Bräuten noch rund 15.000 Euro schuldet, soll sie in der Bielefelder Altstadt eine großzügige, luxuriös ausgestattete Wohnung bezogen haben. Außerdem heißt es, dass sie ein Lager angemietet haben soll.

"Was ist in dem Lager? Was hat sie da 'gebunkert' Kleider? Schätze?", eine Antwort auf diese Fragen gibt es bisher nicht.


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