"Brechreiz"! Urlauber storniert wegen AfD Ostseeurlaub

Auszug aus dem Brief, der bei Facebook oft geteilt wurde. (Screenshot/Facebook)
Auszug aus dem Brief, der bei Facebook oft geteilt wurde. (Screenshot/Facebook)

Peenemünde - Ein Brief sorgt derzeit für großes Aufsehen! „Ich kann und will meinen Freunden nicht zumuten, sich zwei Kilometer von Peenemünde entfernt aufhalten zu müssen, wo 52,4%, AfD bzw. NPD wählen." 

Genau dieser Brief macht derzeit die Runde in den sozialen Netzwerken und wird entsprechend intensiv diskutiert.

Nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern ist die Stimmung im Norden der Republik eine andere. 

Die AfD hatte bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern am vergangenen Sonntag mit 20,8 Prozent nicht nur auf Anhieb den Sprung in den Schweriner Landtag geschafft, sondern wird dort auch mit mehr Abgeordneten vertreten sein als die CDU.

Zumindest für einige Urlaubswillige führt das nun zu Frustrationen - manche halten deshalb offenbar den Verzicht auf den Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern für unabdingbar. 

Der unten verlinkte Brief zeigt jene Stornierung...

Mecklenburg-Vorpommern ist ein schönes Urlaubsziel - nun aber nicht mehr für jeden.
Mecklenburg-Vorpommern ist ein schönes Urlaubsziel - nun aber nicht mehr für jeden.

"Kein noch so stylisches Ambiente kann es aufwiegen (Floating Houses), dass man sich dafür unter Menschen begeben muss, die bereit sind, mit Füßen zu treten und zu zerstören, was andere Menschen für eine weltoffene Gesellschaft aufgebaut haben." (Hier ist die Homepage zu dem Urlaubsziel.) ... 

"Mit demokratischen Grüßen" verabschiedet sich der schreibende Urlaubsunwillige.

Das sitzt! Der vermeintliche Empfänger dieser Worte des "Schwimmenden Hauses" hat nun seinerseits eine Antwort parat, die nicht minder lesenswert ist:

"Es tut mir uns sehr leid, dass Sie Ihre wohlverdiente Freizeit um ein Haar in einer Gegend verbracht hätten, in der Menschen von ihrem demokratischen Recht auf freie und geheime Wahlen in geradezu unverantwortlicher Weise Gebrauch gemacht haben." ... "Nichtsdestotrotz sind wir natürlich dafür dankbar, dass Sie uns auf das Fehlverhalten der hiesigen Wählerschaft hingewiesen haben und wir sind natürlich bestrebt, derartige Fehler in Zukunft, wenn gleich wir das Wahlverhalten der hiesigen Einwohner nicht direkt beeinflussen können..." 

Die Verabschiedung fällt so aus: "Mit ebenfalls demokratischen Grüßen PS: Selbstverständlich verzichten wir in Ihrem Fall auf die Stornierungsgebühr, sofern Sie uns eine Spendenquittung über den entsprechenden Betrag an eine Nervenheilanstalt Ihrer Wahl an Ihrem Wohnort vorlegen!" 

Die Korrespondenz zwischen dem Resort und der empörten Frau wurde bei Facebook veröffentlicht.
Die Korrespondenz zwischen dem Resort und der empörten Frau wurde bei Facebook veröffentlicht.

UPDATE, 12. September, 06:44 Uhr: Bei dem oben zitierten Antwortbrief handelt es sich offenbar um einen Fake. Das Hotelressort hat bei Facebook ein Schreiben öffentlich gemacht, welches sie der Frau, die ihren Aufenthalt storniert hatte, zukommen gelassen hat. Darin äußern sie zwar auch ihr Bedauern über die Absage wegen des Wahlergebnisses, unterstreichen aber auch, dass sie ebenso schockiert waren und sich ganz klar gegen Fremdenfeindlichkeit positionieren. 


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0