Erzgebirge, Nordsachsen, Lausitz: Neue Karte zeigt, wo es kein Handynetz gibt

Bonn/Dresden - Das Handynetz ist in Sachsen auch im Jahr 2019 vielerorts ein Trauerspiel.

Die Funkloch-Karte (breitbandmessung.de/kartenansicht-funkloch) zeigt, dass es in Regionen wie dem Erzgebirge immer noch mit der Versorgung hakt.
Die Funkloch-Karte (breitbandmessung.de/kartenansicht-funkloch) zeigt, dass es in Regionen wie dem Erzgebirge immer noch mit der Versorgung hakt.  © Eric Münch

Dies zeigt auch die neue Funklochkarte der Bundesnetzagentur. Sie basiert auf Infos von Nutzern der Funkloch-App.

Insgesamt übermittelten die Nutzer bisher knapp 160 Millionen Messpunkte als Basis für die Funklochkarte.

Die Anwendung unterscheidet zwischen keinem Netz sowie der Verfügbarkeit von 2G (GSM), 3G (UMTS), 4G (LTE) oder 5G.

Große Löcher sind zum Beispiel im Erzgebirge oder Nordsachsen sichtbar. Aber auch im Kreis Görlitz, dies hatte im Frühjahr eine Funkloch-Studie des Landkreises ergeben.

"Die Gesamtsituation ist unbefriedigend. Deutschland liegt bei der Qualität hinter Albanien", so der Dresdner FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst (46). "Wir brauchen mehr Tempo."

Es sei ein Fehler gewesen, dass in Deutschland bei der Versteigerung der Mobilfunklizenzen immer nur auf die Einnahmen geschaut worden sei statt auch auf harte Versorgungsauflagen.

Die Mobilfunkbetreiber Telekom, Telefónica und Vodafone kündigten indes an, ihre Kräfte zu bündeln, um die Funklöcher schnellstmöglich zu schließen. Sie wollen bis zu 6000 neue Mobilfunkstandorte koordiniert aufbauen und nutzen.

Mobilfunkausbau soll verbessert werden

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (45, CSU) hat Eckpunkte für eine Mobilfunkstrategie vorgelegt, die bei einer "Digitalklausur" der Bundesregierung am 17. und 18. November erarbeitet werden soll.

Dabei soll es zentral um die Versorgung von Orten gehen, die ohne staatliche Hilfe keine Perspektive für ein Mobilfunknetz haben.

Erst im August hatte die Staatsregierung mit den großen Mobilfunkanbietern vereinbart, dass bis 2022 mehr als 1050 LTE-Mobilfunksendeanlagen in Sachsen gebaut werden, davon 350 auf dem Land.

Der Dresdner FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst (46) kritisiert das lahme Tempo beim Ausbau.
Der Dresdner FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst (46) kritisiert das lahme Tempo beim Ausbau.  © Steffen Füssel
Laut Mobilfunk-Pakt der Staatsregierung sollen die "weißen Flecken" schneller erschlossen werden.
Laut Mobilfunk-Pakt der Staatsregierung sollen die "weißen Flecken" schneller erschlossen werden.  © dpa/Jens Büttner

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