Nach Drama im Wismut-Stollen: Wer zahlt den Großeinsatz?

Breitenbrunn - Ein Bergbau-Fan war am Wochenende tief in einem Stollen bei Breitenbrunn gestürzt und dabei schwer verletzt worden. Ein Großaufgebot an Hilfskräften befreite den 40-Jährigen (TAG24 berichtete). Doch durfte der Abenteurer überhaupt in den Stollen klettern - und wer zahlt nun den stundenlangen Rettungseinsatz?

An dieser Stelle könnten die Bergbau-Touristen in den Stollen eingestiegen sein.
An dieser Stelle könnten die Bergbau-Touristen in den Stollen eingestiegen sein.  © Klaus Jedlicka

Verantwortlich für den Altstandort zwischen Erla und Antonsthal ist das Sächsische Oberbergamt Freiberg (OBA).

Die Wismut GmbH führt im Auftrag des OBA Verwahrungs- und Stilllegungsarbeiten durch. Laut Wismut wäre der Altbergbau, in dem das Unglück geschah, an der Reihe gewesen.

"In der Vergangenheit war der Mundlochbereich verbrochen und wurde vermutlich geöffnet und zugänglich gemacht", so Oberberghauptmann Prof. Bernhard Cramer.

Dadurch kamen die Bergbau-Touristen ins Innere. "Der Zugang war aber auch mit Stacheldraht gesichert", so Wismut-Sprecher Frank Wolf (57).

Grundsätzlich besteht entsprechend der Sächsischen Hohlraumverordnung kein Verbot, eine solche Grubenaue zu betreten.

Für den Verunglückten könnte es am Ende teuer werden

Einige Meter vor dem Mundloch sind noch Teile des Stacheldrahts zu finden. Dieser sollte Schaulustige eigentlich daran hindern, in den Stollen zu gehen.
Einige Meter vor dem Mundloch sind noch Teile des Stacheldrahts zu finden. Dieser sollte Schaulustige eigentlich daran hindern, in den Stollen zu gehen.  © Klaus Jedlicka

Allerdings: "Die beiden Personen haben sich mutwillig in eine extreme Gefahr begeben, indem sie viele Hundert Meter in das komplexe Grubengebäude eingedrungen sind. So haben sie auch die Rettungskräfte mit in diese Gefahrensituationen hineingezogen", sagt Cramer.

Ob die Wismut dem Verletzten die Kosten in Rechnung stellt, bleibt abzuwarten. "Erst einmal steht die Genesung im Vordergrund", so Wolf. Einsatzkosten für Feuerwehren werden generell durch Steuergelder finanziert.

"Es sei denn, jemand begibt sich bewusst in Gefahr", sagt Udo Wiemer (64), Anwalt für Ordnungswidrigkeiten aus Chemnitz.

Denkbar sei nach dem Verursacherprinzip auch eine zweite Haftung. Dies treffe zu, wenn die Absicherung nicht gewährleistet war.

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