"Es wurde immer schlimmer": So erlebte Sven Hannawald den Burnout und das Karriere-Aus

Breitenbrunn - Es war sei Abend: In der VOX-Erfolsshow "Ewige Helden" erzählte Ex-Skispringer Sven Hannawald (44) jetzt erstmals voller Emotionen, wie er seinen Burnout und sein Karriere-Aus damals erlebt.

Sven Hannawald in der VOX-Show "Ewige Helden".
Sven Hannawald in der VOX-Show "Ewige Helden".  © TVNOW / Markus Hertrich

"Dass bei mir etwas Größeres nicht stimmt, war mir am Anfang nicht bewusst. Ich habe gemerkt, dass ich eine gewissen Müdigkeit in mir trage, die ich auch nicht loswerde, wenn ich mich mal eine Woche rausnehme."

Irgendwann ging nichts mehr, Hannawald musste sich in Behandlung begeben. "Ich bin dann zu meinem Mannschaftsarzt gegangen und habe gesagt, wir müssen das checken. Ich habe alle Bluttests gemacht, die Organe hab ich testen lassen. Alles, was irgendwie ging. Das ist dann über anderthalb Jahre immer schlimmer geworden. Die Saison 2004 habe ich dann frühzeitig beendet."

Allein kam der Rekordspringer einfach nicht mehr aus seinem Tief.

"Das ist ein Kreislauf, der geht einfach nur nach unten und du weißt nicht, wo das her kommt. Eines nachts bin ich tränenüberströmt aufgewacht, habe geheult, ohne zu wissen, was los ist. Die Mutter meiner damaligen Freundin hat dann einen Termin gemacht bei einem Arzt für Psychosomatik und bei dem war ich dann auch. Der sagte mir dann innerhalb von einer halben Stunde, dass ich ein Burnout habe und er mir rät, so schnell wie möglich in eine Klinik zu gehen."

Ein Schock für den erfolgsverwöhnten Ausnahmesportler!

Bei "Ewige Helden" sprach Sven Hannawald auch über die schweren Zeiten in seinem Leben.
Bei "Ewige Helden" sprach Sven Hannawald auch über die schweren Zeiten in seinem Leben.  © TVNOW / Markus Hertrich

"Ich war natürlich dann ein körperliches Frack. Ich habe mich bei der Gesprächstherapie mal um meine Seele gekümmert. Das hatte ich immer weggedrückt. Da arbeitet man dann mit Therapeuten auch Themen auf, wie zum Beispiel, dass wir im Osten als Kinder relativ früh abgegeben wurden und ich mit sechs Monaten schon in die Kinderkrippe kam. Das hat mir auch nicht gut getan. Da lernst du dich von Grund auf neu kennen."

Heute weiß der gebürtige Erzgebirger, dass er mit dem Gang in die Klinik die wohl beste Entscheidung seines Lebens traf!

"Im Nachgang denke ich, dass der Klinikbesuch mir mein Leben gerettet hat. Wenn ich mich weiter in dem Trubel befunden hätte, wäre ich wahrscheinlich auch an den Punkt gekommen, dass ich nur noch einen Ausweg gefunden hätte.“ Es dauerte mehrere Jahre, bis Hannawald den Burnout hinter sich lassen und ein neues Leben beginnen konnte.

Dann stand für den berühmten Sportler auch die Frage im Raum, ob er noch einem in den Skisprung-Zirkus zurückkehren will. Heimlich, ohne dass die Öffentlichkeit davon Wind bekam, fing er wieder an zu trainieren. Kurz vor einer Krafttrainingseinheit passierte es dann: "Ich hatte mich schon gefreut, dass ich eventuell wieder zurückkomme. Aber dann war da plötzlich doch wieder dieses unruhige Gefühl. Das war der Tag an dem gewusst habe, das war’s."

Hannawald ist heute zweifacher Papa, seit November 2016 glücklich mit der früheren Fußballerin Melissa Thiem (29) verheiratet. Neben dem Sieg bei der Vierschanzentournee in der Saison 2001/2002, holte er mit der Mannschaft Gold bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City und gewann die Skiflug-Weltmeisterschaft in Harrachov.

Mittlerweile ist der ehemalige Spitzensportler als Skisprungexperte im Fernsehen unterwegs und genießt sein Privatleben mit seiner kleinen Familie, die bald größer wird, denn Kind Nummer 3 ist aktuell unterwegs (TAG24 berichtete).

Sven Hannawald (1.v.r.) und seine Mitstreiter bei "Ewige Helden".
Sven Hannawald (1.v.r.) und seine Mitstreiter bei "Ewige Helden".  © TVNOW / Markus Hertrich

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