Dokumente gefunden! Verdächtiger Attentäter sollte 2016 abgeschoben werden

Nach dem Anschlag in Berlin fahndet die Polizei nach Informationen der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" und des Hessischen Rundfunks bundesweit und nicht öffentlich nach einem Verdächtigen.
Nach dem Anschlag in Berlin fahndet die Polizei nach Informationen der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" und des Hessischen Rundfunks bundesweit und nicht öffentlich nach einem Verdächtigen.

Berlin/Mainz - Nach dem Anschlag in Berlin (TAG24 berichtete) fahndet die Polizei nach Informationen der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" und des Hessischen Rundfunks bundesweit und nicht öffentlich nach einem Verdächtigen.

Nach Informationen der Mainzer Zeitung handelt es sich um den 21-jährigen Tunesier Ahmed A.. Allerdings hat der Verdächtige mehrere Identitäten genutzt. So gab er sich unter anderem als Anis A. und Mohamed H. aus.

Mittlerweile veröffentlichte das BKA Fahndungsfotos von Anis Amri und setzte eine Belohnung aus. Hier geht's zu den Bildern.

Der 21-Jährige gilt als "Gefährder", gehörte wohl einem großem Islamisten-Netzwerk an, wie "Bild" berichtet. Der Polizei ist der Mann wegen Körperverletzung bekannt. Er konnte bisher nicht angeklagt werden, weil er untergetaucht ist.

Im Fußraum des Führerhauses des Lkw, der am Montagabend in einen Berliner Weihnachtsmarkt gerast war, sei eine Duldung mit den Personalien gefunden worden. Das ausländerrechtliche Dokument wurde im Kreis Kleve (Nordrhein-Westfalen) ausgestellt.

Die konkrete Spur sei demnach offenbar einer der Gründe für den Optimismus der Ermittlungsbehörden, den Täter schnell ergreifen zu können.

UPDATE 17:00 Uhr: Heute kamen die Papiere für die Abschiebung

Kurios! Wie berichtet, lehnte Tunesien die Abschiebung von Anis A. im Sommer ab, nachdem Deutschland eine "Passersatzbeschaffung" im nordafrikanischen Land beantragte. Ausgerechnet heute die Kehrtwende: Tunesien reichte die nötigen Papiere für Abschiebung des Verdächtigen ein. Klar ist mittlerweile auch: Anis A. hatte nachweislich Kontakt zu ISIS. Der Verdächtigte soll in der Islamistenszene vernetzt sein.

UPDATE 16:01 Uhr: Tatverdächtiger Tunesier war vermutlich in Abschiebehaft

Der neue Tatverdächtige ist vermutlich im baden-württembergischen Ravensburg in Haft gewesen. Eine Person mit dem Namen Anis A. sei am 30. Juli bei einer Routinekontrolle der Polizei in Friedrichshafen aufgegriffen worden, weil sie abgeschoben werden sollte, sagte der Leiter des Amtsgerichts Ravensburg, Matthias Grewe, am Mittwoch. Außerdem wurde bekannt, dass Anis A. vermutlich im Juli 2015 über Freiburg nach Deutschland einreiste. "Er war dann nach Baden-Württemberg auch in Berlin und in Nordrhein-Westfalen", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Düsseldorf.

UPDATE 15:22 Uhr: Anis A. sollte 2016 abgeschoben werden

Wie die Bild berichtet, lehnte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) den im April gestellten Asylantrag des verdächtigen Tunesiers ab. Der Staatsschutz hatte Anis A. schon damals auf dem Schirm. Dann vor zwei Monaten der Versuch der Abschiebung: Deutschland forderte eine "Passersatzbeschaffung" für Anis A. in Tunesien an. Die ist nötig, um die rechtlichen Voraussetzungen für eine Rückführung zu schaffen. Doch in Tunesien wusste man nichts von einem Anis A.. Das nordafrikanische Land lehnte ab. Die Abschiebung kam nicht zustande.

UPDATE 15:10 Uhr: Verdächtiger wird in ganz Europa gesucht

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) gab am Nachmittag bekannt, dass jetzt europaweit nach dem Verdächtigen gefahndet wird. De Maizière betonte allerdings auch: "Es ist ein Verdächtiger, nicht zwingend der Täter."

UPDATE 14:43 Uhr: Ermittler hatten verdächtigen Tunesier auf dem Schirm

Der neue Tatverdächtige nach dem Lkw-Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt ist den Ermittlern auf hoher Ebene spätestens seit November bekannt. Der den Behörden unter dem Namen Anis A. bekannte Tunesier sei damals Gegenstand einer Sitzung des gemeinsamen Terrorabwehrzentrums (GTAZ) von Bund und Ländern gewesen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch in Berlin aus Sicherheitskreisen. Der Mann habe sich wechselweise in Nordrhein-Westfalen und in Berlin aufgehalten und mit zahlreichen Identitäten gearbeitet. Das GTAZ wurde 2004 als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA eingerichtet.

UPDATE 12:00 Uhr: Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz öffnet Donnerstag wieder

Nach dem Anschlag vom Montagabend soll der Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz am Donnerstag wieder geöffnet werden. Das sagte eine Sprecherin des Schaustellerverbands Berlin auf am Mittwoch auf Anfrage. Alle anderen Weihnachtsmärkte in der Bundeshauptstadt machten bereits am (heutigen) Mittwoch wieder auf.


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