Gemüsezucht bei Minus 45 Grad: Tomaten und Gurken aus der Antarktis

Köln/Bremen – Es grünt in der Antarktis - zumindest in einem speziellen Gewächshaus.

Frisches Gemüse konnte Raumfahrtingenieur Paul Zabel züchten.
Frisches Gemüse konnte Raumfahrtingenieur Paul Zabel züchten.  © DLR

Dutzende Kilogramm frisches Gemüse konnte ein Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einem neuartigen Gewächshaus ernten, das nahe der deutschen Polarforschungsstation Neumayer III steht.

Die ersten Ernten fielen sogar üppiger aus als gedacht: Im Februar hatte Raumfahrtingenieur Paul Zabel die ersten Pflanzen ausgesät.

Rund 100 Kilogramm Frischgemüse sind bisher geerntet worden.

Mit dem Experiment "Eden ISS" wollten Forscher herausfinden, wie Gemüse unter Extrembedingungen wächst.

Denn in dem Gewächshaus gedeihen die Pflanzen auf einer Anbaufläche von 13 Quadratmetern ohne Erde, Tageslicht und Pestizide.

Alle paar Minuten werden die Wurzeln computergesteuert mit einer Nährstofflösung besprüht. Luft und Wasser werden recycelt.

Eine Herausforderung sind jedoch die Extreme in der Antarktis: Zurzeit herrscht Polarnacht mit Temperaturen von bis zu minus 45 Grad, was auch ein Härtetest für die Technik ist. Wegen eines Sturmes musste das Kontrollzentrum in Bremen im Juni die Steuerung der Systeme im Gewächshaus übernehmen.

Von dem Experiment sollen auch die Polarforscher der Neumayer III-Station profitieren: Sie bekommen nun regelmäßig frisches Gemüse auf den Teller.

In der Zukunft könnte solch ein Bau auch Astronauten auf dem Mond oder dem Mars versorgen. Das Projekt läuft noch bis Ende des Jahres.

Die extreme Kälte fordert vor allem die Technik.
Die extreme Kälte fordert vor allem die Technik.  © DLR

Titelfoto: 123RF/DLR


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