Einigung erzielt! Gorch Fock wird nach drei Jahren zu Wasser gelassen

Bremerhaven/Berlin - Endlich wieder Wasser unterm Kiel! Nach mehr als drei Jahren im Dock wird das Marine-Schulschiff "Gorch Fock" wieder zu Wasser gelassen.

Der Rumpf der Gorch Fock steht in der Werft.
Der Rumpf der Gorch Fock steht in der Werft.  © DPA

Das Verteidigungsministerium hat in Gesprächen mit zwei an der Sanierung beteiligten Werften eine Zwischenlösung in einem heftigen Streit um unbezahlte Rechnungen gefunden.

Damit könne der Rumpf des Marine-Schulschiffes am Freitag aus dem Dock der Bredo-Werft in Bremerhaven zu Wasser gelassen werden, bestätigte ein Sprecher des Ministeriums.

Daher sei nicht ausgeschlossen, dass auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in die Hafenstadt kommt.

Vorangegangen war eine Einigung in letzter Minute. Das Verteidigungsministerium und die Bredo-Werft hatten sich um offene Rechnungen in Millionenhöhe gestritten.

Die Werft wollte die "Gorch Fock" als Pfand behalten. Nun dockt sie das Schiff aus und übergibt es der Marine. Sie macht aber weiter ihr Pfandrecht geltend. Endgültig müsse ein Gericht die Frage klären.

Die Rechte der Bredo-Werft würden mit der Einigung gewahrt, sagte Bredo-Geschäftsführer Dirk Harms. "Mit dieser Sicherheit im Gepäck werden wir nun morgen ausdocken." Der Segler liegt bei seiner Werft.

Verteidiungsministerin Ursula von der Leyen hat an dem Fall ordentlich zu knabbern.
Verteidiungsministerin Ursula von der Leyen hat an dem Fall ordentlich zu knabbern.  © DPA

Neu aufgebaut wird sie unter Regie der Elsflether Werft, die aber insolvent ist. Frühere Überweisungen der Marine sind zum Teil verschwunden. Die Bredo-Werft hatte auch ins Spiel gebracht, die Elsflether Werft zu übernehmen.

Werde am Freitag nicht ausgedockt, so sei die Existenz der Elsflether Werft und der Erhalt der Arbeitsplätze fraglich, hieß es in einer Mitteilung der Bredo-Werft. "Wir wollen diesen Rechtsstreit nicht auf dem Rücken der Belegschaft der Elsflether Werft austragen", erklärte Harms.

Nach diesen Angaben war auch die Bredo-Werft im Mai von Insolvenz bedroht, die nur durch die Einzahlung von mehreren Millionen Euro der Bredo-Gesellschafter abgewendet wurde. Die Elsflether Werft zeigte sich über die erzielte Einigung erleichtert.

Die Werft hoffe nun darauf, dass die Marine sich für eine Fertigstellung des Schiffs entscheidet, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Pieter Wasmuth.

Von dem 61 Jahre alten Schulschiff ist derzeit nur der seit Januar 2016 neu aufgebaute Rumpf ohne Masten und Aufbauten vorhanden. Die Marine kann nun über das weitere Vorgehen entscheiden.

Bei der Sanierung sind die Kosten völlig aus dem Ruder gelaufen. Mehr als 70 Millionen Euro sind bereits ausgegeben worden, es werden Gesamtkosten von 135 Millionen Euro erwartet.


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