Flüchtlinge zünden Asyl-Lager in Slowenien an

Flüchtlinge haben ihre Zelte angezündet.
Flüchtlinge haben ihre Zelte angezündet.

Brežice - Im slowenischen Brežice haben Flüchtlinge am Mittwochmorgen Zelte in einer Flüchtlingsunterkunft angezündet.

Wie der Nachrichtensender "N24" berichtet, haben Flüchtlinge an der kroatischen Grenze aus Protest mehrere Zelte in einer Asyl-Einrichtung angezündet. Daraus entwickelte sich ein Großfeuer. Die Lage war zeitweise außer Kontrolle.

Vor Ort sind Feuerwehren, das Rote Kreuz und Polizei im Einsatz, aus einer Halle schlagen meterhohe Flammen. Busse beginnen damit, Flüchtlinge von der Unterkunft an die österreichische Grenze zu fahren.

Das Asyl-Lager in Brezice ist für 350 Flüchtlinge ausgelegt, momentan befinden sich dort mehr als 3000. Die Menschen warten in der Erstaufahmeeinrichtung darauf, mit einem Bus zu einem anderen Lager oder nach Österreich transportiert zu werden.

Slowenien ist mit den 9000 Flüchtlinge, die am Dienstag ankamen, völlig überfordert. Nach eigener Darstellung kann das Land nur 2500 Flüchtlinge pro Tag aufnehmen.

Reporter berichteten von einer "lebensbedrohlichen Lage" für die Menschen vor Ort. Ob Flüchtlinge oder Einsatzkräfte verletzt oder getötet wurden, steht bisher nicht fest.

Update: Das Feuer sei gegen 10.45 Uhr gelöscht gewesen.

Hintergrund:

Ljubljana/Zagreb - In Serbien schlugen sich wieder Hunderte Flüchtlinge über die grüne Grenze und an der Polizei vorbei nach Kroatien durch. Ganz ähnlich sah es in Kroatien an der slowenischen Grenze aus.

Dort schafften es Hunderte trotz Polizei zu Fuß nach Brezice im Südosten Sloweniens. Die Behörden beklagten, dass allein am vergangenen Montag 8000 Flüchtlinge angekommen seien, obwohl das Land nur 2500 pro Tag einreisen, registrieren und nach Österreich weiterreisen lassen könne.

Viele Grenzübergänge in der Region blieben vorübergehend geschlossen, so dass die Menschen nur schubweise weiterreisen konnten.

Slowenien appellierte erneut an die EU, bei der Bewältigung der Krise zu helfen.

«Es ist ganz und gar unrealistisch, dass ein Zwei-Millionen-Land die Lage stoppen, organisieren und lösen kann», während es «viel größere Mitglieder nicht geschafft haben», heißt es in der Mitteilung der Regierung nach einem mehrstündigen nächtlichen Krisentreffen am Dienstag.

Fotos: imago


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