"Es tut uns sehr leid": Zwei Syrer überraschen Politiker in Cottbus

Cottbus' Oberbürgermeister Kelch (l) und Innenminister Schröter. (Bildmontage)
Cottbus' Oberbürgermeister Kelch (l) und Innenminister Schröter. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Cottbus - Eine große Geste des Friedens: Nach dem das Land und die Stadt Cottbus einstimmig beschlossen haben, nach zwei folgenschweren Übergriffen keine Flüchtlinge mehr aufzunehmen (TAG24 berichtete), werden bei einem Rundgang Oberbürgermeister Holger Kelch (50, CDU) und Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (63, SPD) von zwei Syrern überrascht, die einen "Brief der Vergebung" dabei haben.

Bereits am Freitag war spürbar, dass das beschlossene Maßnahmenbündel nach einer Reihe brutaler Auseinandersetzungen zwischen Syrern und Deutschen schnell greift. Die Polizeipräsenz ist verstärkt worden. Das Sicherheitsgefühl soll damit bestärkt werden.

Zudem sollen vorerst keine weiteren Flüchtlinge nach Cottbus kommen und die Prävention verbessert werden, wie Kelch am Freitag betonte. "Wir werden uns mit den Schulleitern der Stadt zusammensetzen und dabei auch über die personelle Ausstattung sprechen", sagte indes Bildungssekretär Thomas Drescher der "Lausitzer Rundschau", die den Rundgang begleitete.

Zwei Syrer überraschen Politiker beim Rundgang in Cottbus

Während die Stadtspitze und der Innenminister über die Maßnahmen debattieren, überraschen zwei Syrer die Politiker. Sie haben einen Brief dabei und überreichen diesen.

Darin geschrieben: "Es tut uns sehr leid, dass zwei unserer Landsleute in Cottbus Menschen angegriffen haben. Wir bitten alle um Verzeihung und möchten deutlich machen, dass dieses Verhalten auch bei uns nicht in Ordnung ist. Wir möchten Ihnen sagen, dass wir hier sind, um in Frieden zu leben. In unserer Heimat ist Krieg und wir wollen ein sicheres und friedliches Leben führen."

Doch auch an ihre Landsleute haben die beiden Männer eine Botschaft. "Liebe Syrer, liebe Flüchtlinge, wir sind hier Gäste, wir müssen die Regeln akzeptieren und Respekt haben. Deutschland hat uns aufgenommen, während unsere Nachbarländer die Türen geschlossen haben. Wir bekommen hier alles, was wir für ein neues Leben brauchen. Bitte vergesst das nicht und benehmt euch!"

Die letzten schweren Übergriffe haben tiefe Wunden auf beiden Seiten hinterlassen. Die Stadt zieht sich gezwungen zu handeln und alle Flüchtlinge sind plötzlich Feinde. "Die Menschen sind uns gegenüber aggressiver geworden", so einer der Männer zur "Lausitzer Rundschau".

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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