Unfassbar! So lange essen wir wirklich schon vergiftete Eier

Fipronilverseuchte Eier tauchen in Deutschland in immer mehr Bundesländern auf.
Fipronilverseuchte Eier tauchen in Deutschland in immer mehr Bundesländern auf.  © Huisman Media/dpa

Brüssel - Weitere Einzelheiten im Eier-Skandal (TAG24 berichtete) kommen nach und nach ans Licht. Heute: Belgien kannte den ersten Fipronil-Verdachtsfall schon Anfang Juni.

Die belgischen Behörden waren bereits seit Anfang Juni über einen Fipronil-Verdachtsfall bei Eiern informiert.

Das bestätigte eine Sprecherin der belgischen Lebensmittelsicherheitsbehörde FASNK am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

Auch gegenüber dem Fernsehsender VRT äußerte die Behörde inzwischen: "Wir wussten seit Anfang Juni, dass es möglicherweise ein Problem mit Fipronil in der Geflügelzucht gibt."

Doch weshalb haben die Verantwortlichen in der Behörde geschwiegen und die Öffentlichkeit nicht vor dem Gift gewarnt?

Angeblich wegen der eingeleiteten Ermittlungen wegen Betrugs.

Die Lebensmittelbehörde behauptet nämlich, sie habe sofort Untersuchungen veranlasst und auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. "Von da an galt das Ermittlungsgeheimnis", heißt es von der belgischen Behörde.

Die mit dem Insektizid Fipronil verseuchten Eier stammen aus Belgien und den Niederlanden. Mindestens zehn Millionen Eier, die nach Deutschland geliefert wurden, sind kontaminiert. Betroffen ist auch weiterverarbeitete Ware (zum Beispiel Eiersalat).

Inzwischen wurden auch verseuchte Eier in Höfen und Stallanlagen in Deutschland gefunden, zwölf Bundesländer sollen betroffen sein. Nur für Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und das Saarland gibt es bis jetzt grünes Licht.

Schlimme Zustände: Legehennen-Betrieb, aufgenommen im September 2014.
Schlimme Zustände: Legehennen-Betrieb, aufgenommen im September 2014.  © Julian Stratenschulte/dpa
Im Auftrag der niederländischen Lebensmittelkontrollbehörde NVWA werden am 2.8.2017 rund eine Million Eier aus einer Geflügelfarm in Onstwedde (Niederlande) zerstört, weil sie mit dem Insektizid Fipronil verseucht sind.
Im Auftrag der niederländischen Lebensmittelkontrollbehörde NVWA werden am 2.8.2017 rund eine Million Eier aus einer Geflügelfarm in Onstwedde (Niederlande) zerstört, weil sie mit dem Insektizid Fipronil verseucht sind.  © Huisman Media/dpa

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