What?! US-Präsident Trump lobt Verhältnis zu Merkel als "sehr, sehr gut"

Brüssel/Berlin - Dieser Mann ist immer wieder für Überraschungen gut: US-Präsident Donald Trump (72) hat die Beziehungen zu Deutschland nach seinen scharfen Attacken beim Nato-Gipfel am Mittwoch in höchsten Tönen gelobt.

US-Präsident Donald Trump (72) schwärmt vom Verhältnis zu Kanzlerin Angela Merkel (63, CDU). (Bildmontage)
US-Präsident Donald Trump (72) schwärmt vom Verhältnis zu Kanzlerin Angela Merkel (63, CDU). (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

"Wir haben ein hervorragendes Verhältnis", schwärmte er nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (63, CDU).

Auch das persönliche Verhältnis zu Merkel beschrieb er als "sehr, sehr gut". Sie habe "herausragenden Erfolg". Was genau er damit meinte, ließ er jedoch offen.

Trump fügte trotz des heftigen Handelskonflikts mit Deutschland und der Europäischen Union hinzu: "Unser Handel wird wachsen und viele andere Dinge werden wachsen." Man werde sehen, was in nächster Zeit passiere.

Weiteres Thema seien die Verteidigungsausgaben gewesen, sagte Trump. Nach Ansicht des US-Präsidenten investiert Deutschland zu wenig in sein Militär: nur 1,24 Prozent statt der Nato-Zielmarke von zwei Prozent.

Merkel sagte, man habe auch über Migration und das bevorstehende Gipfeltreffen Trumps mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (64) gesprochen.

"Insofern freue ich mich, dass wir unseren Austausch weiter intensiv führen können. Das ist auch wichtig, weil wir Partner sind und weiter zusammenarbeiten wollen", so Merkel versöhnlich.

Nur wenige Stunden zuvor hatte Trump Deutschland noch schwere Vorwürfe gemacht. Seine Forderung nach höheren Verteidigungsausgaben des bevölkerungsreichsten und wirtschaftsstärksten europäischen Nato-Partners verknüpfte er mit Kritik am Bau der Gaspipeline Nord Stream 2.

"Deutschland ist total von Russland kontrolliert", sagte der US-Präsident. "Deutschland ist ein Gefangener Russlands." Merkel hatte dies scharf zurückgewiesen.

Und auch Außenminister Heiko Maas (51, SPD) hat die Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland strikt zurückgewiesen: "Wir sind keine Gefangenen, weder von Russland noch von den USA. Und wir sind einer der Garanten der freien Welt, und das wird so bleiben."

Maas sagte, Deutschland werde bis 2024 die Verteidigungsausgaben im Vergleich zu 2014 um 80 Prozent erhöhen: "Das ist schon eine Größenordnung, die, wie ich finde, zur Kenntnis genommen werden muss", so Maas.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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