KZ-Überlebender soll erneut im Prozess gegen Ex-SS-Wachmann aussagen

Hamburg - Im Hamburger Prozess gegen Bruno D., den früheren Wachmann im KZ Stutthof, will die Verteidigung am Freitag einen ehemaligen polnischen Gefangenen des Lagers bei Danzig befragen.

Marek Dunin-Wasowicz hat bereits an zwei Prozesstagen ausgesagt. (Archivbild)
Marek Dunin-Wasowicz hat bereits an zwei Prozesstagen ausgesagt. (Archivbild)  © Christian Charisius/dpa/Pool/dpa

Der 93 Jahre alte Marek Dunin-Wasowicz hatte Ende Oktober bereits an zwei Verhandlungstagen ausgesagt.

Der Zeuge hatte dabei erklärt, dass er zusammen mit seinem Bruder am 25. Mai 1944 in das Lager bei Danzig gebracht worden sei.

Beide waren im Widerstand gegen die deutsche Besatzung in Warschau aktiv gewesen.

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Dem ebenfalls 93 Jahre alten Angeklagten Bruno D. wird Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen vorgeworfen.

Durch seinen Wachdienst von August 1944 bis April 1945 soll er "die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge unterstützt" haben.

Zu seinen Aufgaben habe es gehört, die Flucht, Revolte und Befreiung von Gefangenen zu verhindern.

Dunin-Wasowicz hatte bei seiner Befragung durch das Gericht die Ankunft der ersten ungarischen Juden in Stutthof geschildert.

Im Herbst 1944 habe er Frauen, Männer und Kinder vor dem Stacheldrahtzaun des Lagers liegen sehen, ohne Essen und Trinken, aber bewacht von SS-Männern, sagte er.

Dass Menschen in der Gaskammer von Stutthof getötet wurden, sei unter den Häftlingen ein "offenes Geheimnis" gewesen.

Ein Justizbeamter bringt Bruno D. in den Gerichtssaal. (Archivbild)
Ein Justizbeamter bringt Bruno D. in den Gerichtssaal. (Archivbild)  © Markus Scholz/dpa

Titelfoto: Christian Charisius/dpa/Pool/dpa

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