"Latte" patzt im DFB-Pokal! Chemie Leipzig scheitert an Paderborn

Leipzig - Der Wahnsinn im Leutzscher Holz ist an einem historischen Abend ausgeblieben! Chemie Leipzig hat die nächste Sensation verpasst und das Zweitrundenspiel im DFB-Pokal am Dienstagabend gegen den SC Paderborn mit 0:3 (0:2) verloren. Den Toren von Babacar Gueye (18./59.) und Uwe Hünemeier (28.) konnte der Oberligist nichts entgegensetzen. Probleme bereitete den Sachsen ausgerechnet das extra angelieferte Flutlicht und die Rote Karte gegen Philipp Wendt.

Weil Torhüter Julien Latendresse-Levesque (nicht im Bild) vom Flutlicht geblendet wurde, klärte er eine Ecke ungenügend. Babacar Gueye (#27) spekulierte richtig und staubte zum 1:0 für Paderborn ab.
Weil Torhüter Julien Latendresse-Levesque (nicht im Bild) vom Flutlicht geblendet wurde, klärte er eine Ecke ungenügend. Babacar Gueye (#27) spekulierte richtig und staubte zum 1:0 für Paderborn ab.  © Picture Point/G. Krieg

Zum ersten Mal in der Geschichte des über 100-jährigen Alfred-Kunze-Sportparks im Leipziger Westen fand ein Spiel unter Flutlicht statt. Möglich machte dies eine 100.000 Euro teure mobile Anlage aus England (TAG24 berichtete). Beim Einlauf der Teams wurde außerhalb des mit 4999 Zuschauern restlos ausverkauften Stadions ein Feuerwerk gezündet.

Gute Nachrichten auch um Torjäger Kai Druschky: Der Pokalheld wurde rechtzeitig fit, stand gegen den Zweitligisten in der Startelf - und hätte beinahe für einen Blitzstart gesorgt. Nach dem SCP-Anstoß wurde der Ball direkt wieder abgenommen und über Daniel Heinze auf den startenden Druschky gespielt, doch der schoss nach nur zehn Sekunden (!) aus ungünstigem Winkel knapp vorbei (1.).

Trotz eines kämpferisch starken Leipziger Auftritts gingen die Gäste in Führung: Nach einer kurzen Ecke flankte Mohamed Dräger Richtung Tor, Keeper Julien Latendresse-Levesque wehrte ungenügend ab, Sebastian Schonlau köpfte an die Latte und zwei Meter vor dem Kasten stand Babacar Gueye goldrichtig und staubte ab - 0:1 (18.). "Latte" zeigte danach an, vom Flutlicht geblendet worden zu sein. Ganz bitter.

Auch beim 2:1 in der ersten Runde gegen Jahn Regensburg ging Chemie in Rückstand und drehte die Partie in der zweiten Halbzeit noch. Also kein Grund groß zu trauern - jedenfalls vorerst. Denn Paderborn schlug wieder zu: Nach einer erneuten Ecke stand Uwe Hünemeier mutterseelenallein da und köpfte zum 2:0 für die Gäste ein (28.).

Am Ende sollten dem SCP zwei Standards zu einer komfortablen Halbzeit-Führung reichen. Chemie baute nach druckvollen Anfangsminuten mehr und mehr ab, ließ aus dem Spiel heraus dennoch hinten kaum etwas zu.

Rot gegen Wendt - Paderborn macht den Sack zu

Nur zehn Minuten nach der Paderborner Führung köpfte Uwe Hünemeier zum 2:0 ein.
Nur zehn Minuten nach der Paderborner Führung köpfte Uwe Hünemeier zum 2:0 ein.  © Picture Point/G. Krieg

Für die BSG begannen die zweiten 45 Minuten alles andere als berauschend. Nach einem harten Foul von hinten gegen den sprintenden Bernard Tekpetey sah Philipp Wendt die Rote Karte (55.). Chemie fortan zu zehnt.

Keine fünf Minuten später schnürte Gueye den Doppelpack und sorgte mit seinem Kopfballtreffer für die Entscheidung - 0:3 (59.).

Der Fünftligist gab sich nicht auf, doch der Klassenunterschied war letztlich und diesmal einfach zu groß. 7:22 Torschüsse, eine Passquote von 50 Prozent und ein Ballbesitz von rund 30 Prozent sprachen eine deutliche Sprache. Paderborn brachte den Sieg ungefährdet über die Zeit und findet seine Kugel bei der Achtelfinal-Auslosung am Sonntag (18 Uhr/ARD) im Topf.

Als erst vierter Fünftligist in der Geschichte des DFB-Pokals hätte die BSG Chemie Leipzig ins Achtelfinale einziehen können. Wer weiß, was gewesen wäre, wenn Druschky nach zehn Sekunden das 1:0 erzielt hätte. Hätte, könnte, wenn und aber: Der Oberliga-Spitzenreiter ist raus. Und hat immerhin für eine riesengroße Überraschung in diesem Jahr gesorgt.

Am Samstag geht für Chemie der Alltag weiter. In der Oberliga NOFV-Süd reist der Spitzenreiter am Samstag (Anstoß 14 Uhr) zum Gipfeltreffen nach Luckenwalde. Der Vorsprung der BSG auf den Mitabsteiger beträgt nach elf Spieltagen schon jetzt sieben Punkte. Samstagnachmittag könnten es zehn sein.

Paderborn (rechts 2:0-Torschütze Uwe Hünemeier) freute sich über den zweiten Achtelfinal-Einzug in Folge.
Paderborn (rechts 2:0-Torschütze Uwe Hünemeier) freute sich über den zweiten Achtelfinal-Einzug in Folge.  © Picture Point/G. Krieg
Während beide Mannschaften den Rasen betraten, wurde außerhalb des mit 4999 Zuschauern ausverkauften Stadions ein Feuerwerk gezündet.
Während beide Mannschaften den Rasen betraten, wurde außerhalb des mit 4999 Zuschauern ausverkauften Stadions ein Feuerwerk gezündet.  © Picture Point/G. Krieg
Trotz der 0:3-Pleite feierten die BSG-Fans ihre Mannschaft nach dem Abpfiff.
Trotz der 0:3-Pleite feierten die BSG-Fans ihre Mannschaft nach dem Abpfiff.  © DPA

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