Chemie Leipzig holt starkes Heim-Remis gegen kriselndes Nordhausen

Leipzig - Die BSG Chemie Leipzig hat am Sonntagnachmittag die sechste Saisonniederlage abgewendet. Das Team von Trainer Miroslav Jagatic holte gegen das durch Heiko Scholz' Weggang zu Dynamo Dresden führungslose Wacker Nordhausen ein 1:1 (0:0)-Unentschieden. Kurz nach der Halbzeitpause brachte Joy-Lance Mickels (47.) die Gäste in Führung, Joker Alex Bury (66.) sorgte für den Ausgleich.

Miroslav Jagatics Team konnte eine Heimpleite am Sonntag abwenden.
Miroslav Jagatics Team konnte eine Heimpleite am Sonntag abwenden.  © Picture Point/G. Krieg

Mit einem Dreier gegen Wacker Nordhausen, das neben finanziellen Problemen nun auch noch ohne Cheftrainer da stand, wollten sich die Leutzscher am Sonntag etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen. Interimsweise übernahmen Tino Berbig und Matthias Peßolat.

Ohne den verletzten Stürmer Tomas Petracek und mit Alexander Bury nur auf der Bank ging die BSG in ihr 17. Saisonspiel.

Schon im Vorfeld kochte die Stimmung hoch, weil offenbar ein Chemie-Fan die Vereinsfahne eines Nordhäusers geklaut hatte. Später sollte es einen Racheakt im Gästeblock geben.

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Die Thüringer waren in der ersten Halbzeit klar die spielbestimmende Mannschaft. Die ersten Chancen gehörten Stepan Kores (14.), Erik Schneider (15.) und Carsten Kammlott (19.), die jedoch abgewehrt werden konnten oder übers Tor flogen.

Erstmals auffällig wurden die Hausherren durch eine Direktabnahme von Andy Wendschuch, die jedoch deutlich vorbei flog (24.). Max Keßler hatte kurz darauf die Führung auf dem Fuß, nachdem Wacker-Keeper Fabian Guderitz den Ball verlor. Doch Keßler vergab die Chance (28.).

Das 1:0 lag dann auch noch mal in der 38. Minute in der Luft, als nach einer Flanke Florian Kirstein knapp neben den Kasten köpfte (38.). Die BSG verteidigte generell gut, war zum Ende der ersten Halbzeit auch ab und zu selbst gefährlich. Doch es blieb beim 0:0.

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Chemie holte gegen Nordhausen ein starkes Unentschieden.
Chemie holte gegen Nordhausen ein starkes Unentschieden.  © BSG Chemie Leipzig/Christian Donner

Gerade einmal eine Minute war im zweiten Durchgang gespielt, als die Gäste eiskalt zuschlugen - und wie!

Aus dem Spiel heraus zog Joy-Lance Mickels aus gut 30 Metern ab, prallte vom Innenpfosten in den Kasten - 0:1 (47.), ganz bitter für Torhüter Benny Bellot.

Im Gästeblock brannte es danach. Offenbar wurde dort nach dem Diebstahl einer Fahne vor dem Anpfiff nun ein Fanutensil angezündet.

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Auch auf dem Platz ging es hoch her, als Benny Schmidt und Torschütze Mickels aneinander gerieten. Am Ende sah Mickels Gelb (54.).

Jagatic reagierte, brachte zeitgleich Manuel Wajer und Alex Bury. Neun Minuten nach der Einwechslung machte sich das bezahlt. Zunächst konnte Wacker einen Freistoß nicht klären, Bury schnappte sich den Ball und schoss ihn zum Ausgleich in die Maschen - 1:1 (66.).

In der 74. Minute hatte Bury sogar noch den Sieg auf dem Fuß - doch Guderitz verhinderte dies mit einer starken Parade.

Die BSG bleibt 13. und hat vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. Nordhausen bleibt in Tuchfühlung auf die Spitzengruppe Fünfter. Am kommenden Freitag (19 Uhr) ist Chemie Leipzig bei Viktoria Berlin gefordert. Die Thüringer haben zwei Tage später (13.30 Uhr) den Vorletzten Babelsberg zu Gast.

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