Wegen geplanter Abschiebung! Ehepaar droht damit, aus Fenster zu springen

Büchenbeuren - Die Abschiebung einer dreiköpfigen Familie hat im Rhein-Hunsrück-Kreis einen siebeneinhalbstündigen Polizeieinsatz ausgelöst.

Der Polizeieinsatz dauerte siebeneinhalb Stunden (Symbolfoto).
Der Polizeieinsatz dauerte siebeneinhalb Stunden (Symbolfoto).  © DPA

Ein 29 Jahre alter Mann habe am Dienstagmorgen ein Messer gezogen und gedroht, mit seiner Frau aus einem Fenster zu springen, teilte die Polizei mit.

Erst gegen Mittag gab der Mann auf und stellte sich mit seiner 26 Jahre alten Frau den Polizisten. Niemand wurde verletzt.

Zuvor hatten die beiden auf dem Fenstersims im zweiten Stock eines Hauses in Büchenbeuren gesessen. Die Polizei sperrte die Hauptstraße. Vor dem Haus spannte die Feuerwehr ein Sprungtuch.

Spezialkräfte der Polizei verhandelten mit dem Ehepaar, das aus der russischen Föderation stammt. Die sechs Monate alte Tochter der beiden befand sich nach Polizeiangaben nicht in der Wohnung.

Die Familie sollte ursprünglich in der Nacht zum Dienstag nach Polen rücküberstellt werden.

Mann zückt vor Beamten Messer

In ihrer Wohnung in Idar-Oberstein waren der Mann, seine Ehefrau und das Kleinkind nach Polizeiangaben aber nicht. Stattdessen fand die Polizei das Ehepaar bei Bekannten in einer Wohnung im rund 30 Kilometer entfernten Büchenbeuren.

Während eines Gesprächs mit den Beamten habe der 29-Jährige dann ein Messer gezogen und gedroht, sich zu verletzen, teilte die Polizei mit. Gegen die Polizisten habe er das Messer nicht gerichtet. Die Beamten zogen sich aus der Wohnung zurück.

Dann drohte der Mann mit seiner Frau aus dem Fenster zu springen. Weitere Angaben machte die Polizei zunächst nicht.

Normalerweise zieht die Redaktion es vor, nicht über versuchte Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber um ein öffentlich relevantes Thema handelt, hat sich die Redaktion entschieden, es zu thematisieren.

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Titelfoto: DPA

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