29-Jährige fährt Fußgängerin an und flüchtet, doch ein Detail verrät sie

Auf Videoaufnahmen konnten die Ermittler einen dunklen SUV erkennen.
Auf Videoaufnahmen konnten die Ermittler einen dunklen SUV erkennen.

Bünde - Ein Unfall, bei dem eine 52-Jährige an einem Fußgängerüberweg in Bünde von einem Auto erfasst, zu Boden geschleudert und schwer verletzt wurde, beschäftigt die Polizei seit fast einem Monat.

Der Unfallverursacher machte sich nämlich nach dem Zusammenstoß einfach aus dem Staub, ohne sich um die Fußgängerin zu kümmern.

Eine Ermittlungskommission des Verkehrskommissariats Herford hatte schnell begonnen, Videoaufnahmen, die in der Nähe des Unfallorts aufgenommen wurden, auszuwerten.

Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Auto um einen dunkle SUV handeln muss. Die weitere Spurensicherung ergab, dass die Windschutzscheibe des Autos durch den Aufprall beschädigt worden sein muss.

Und genau dieses Detail führte jetzt zur Ermittlung des mutmaßlichen Täters. Demnach handelt es sich bei dem Unfallwagen um einen Nissan Qashqai, wie die Polizei mitteilte.

Die Fußgängerin wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Mittlerweile ist sie außer Lebensgefahr.
Die Fußgängerin wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Mittlerweile ist sie außer Lebensgefahr.  © Polizei Herford

Noch am Unfalltag fuhr die Besitzerin in eine Autowerkstatt nach Rödinghausen. Dort gab sie an, ihre Windschutzscheibe sei bei einem Wildunfall beschädigt worden. Sie gab die Reparatur in Auftrag.

"Die Rückbetrachtung des Ereignisses ergab in den Ermittlungen, dass die Fahrerin und weitere Personen des sozialen Umfeldes tief in die Vertuschung der Unfallbeteiligung verwickelt wurden", so die Polizei.

Die Frau soll nicht mal davor zurückgeschreckt haben, über den Notruf einen Wildunfall zu melden, um den Unfall und ihre Unfallflucht zu verheimlichen.

"Sogar der Jagdausübungsberechtigte ist beauftragt worden, nach einem verletzten Reh zu suchen und den vorgetäuschten Wildunfall zu bescheinigen. Wenige Stunden nach dem schweren Verkehrsunfall an der Klinkstraße erfolgte die Meldung des fingierten Wildunfalles bei der Haftpflichtversicherung."

Die Ermittler bestätigten anhand von Spuren, dass es sich bei dem Nissan Qashqai um das Unfallauto handelte. "Unter der Last der bedrückenden Beweiserhebung gestand die 29-jährige Fahrerin die Verkehrsunfallflucht an der Klinkstraße."

Der Führerschein der Frau wurde sichergestellt. Die Ermittlungen dauern weiter an. Die 52-Jährige ist mittlerweile außer Lebensgefahr.

Die kaputte Windschutzscheibe wurde der 29-Jährigen schließlich zum Verhängnis.
Die kaputte Windschutzscheibe wurde der 29-Jährigen schließlich zum Verhängnis.  © Polizei Herford

Titelfoto: Polizei Herford


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