Nach Freispruch: Gericht hebt Urteil gegen Sex-Erpresser auf

Bünde/Hamm - Mit Nacktbildern wollte sich ein 30-Jähriger aus Bünde eine Schülerin gefügig machen und zum Sex zwingen. Da es nicht dazu kam, weil das Mädchen vorher zur Polizei ging, wurde der Mann vom Landgericht Bielefeld freigesprochen. Nun wurde dieses Urteil wiederum vom Oberlandesgericht (OLG) in Hamm aufgehoben.

Über das Internet lernte der 30-Jährige die Schülerin kennen. (Symbolbild)
Über das Internet lernte der 30-Jährige die Schülerin kennen. (Symbolbild)  © 123RF

Die Richter erklärten, dass der bereits wegen Kindesmissbrauch Vorbestrafte, zur Tat angesetzt und somit das Versuchsstadium der Tat erreicht habe. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass der Fall komplett neu aufgerollt werden muss.

Über das Internet hatte der Angeklagte die 16-Jährige kennengelernt. Anfangs schrieben die beiden ausschließlich über Whatsapp, bis die Schülerin ihm schließlich die Nacktbilder zukommen ließ.

Weil sie ihm sagte, dass es nicht zum Sex kommen würde, erpresste er das Mädchen. Er behauptete ihr gegenüber, dass er die Bilder bei Facebook veröffentlichen und zudem an ihrer Schule aushängen würde, wenn sie nicht mit ihm Sex habe.

Trotz des immensen Drucks, den der 30-Jährige auf das Mädchen auswirkte, ging sie zur Polizei und erstattete Anzeige. Diese nahm daraufhin den Mann fest und stellte die Fotos auf dessen Handy sicher.

Das Amtsgericht in Herford verurteilte den Bünder schließlich zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung. Da er gegen das Urteil Einspruch einlegte, landete der Fall schließlich vor dem Landgericht in Bielefeld, welches ihn wiederum frei sprach.

Zu Unrecht, urteilte letztendlich das OLG, da laut Meinung der Richter schon alleine die Drohung das sexuelle Selbstbestimmungsrecht der Minderjährigen gefährdet habe.

Die Richter des Oberlandesgerichts in Hamm hoben das Urteil des Landesgerichts in Bielefeld auf.
Die Richter des Oberlandesgerichts in Hamm hoben das Urteil des Landesgerichts in Bielefeld auf.  © DPA

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