Familienstreit eskaliert: Mann mit Baseballschläger verprügelt

In dieser Siedlung an der Fahrenkampstraße lauerten die Angeklagten dem Opfer auf.
In dieser Siedlung an der Fahrenkampstraße lauerten die Angeklagten dem Opfer auf.

Bünde - Diese tiefe Feindschaft zwischen zwei serbisch-bosnischen Familien aus Bünde soll nun vor dem Bielefelder Landgericht enden. Drei Männer sind wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, sechs weitere wegen Beihilfe.

Der Streit soll zwischen den Familien im Mai 2014 begonnen haben, weil es einen Arbeitsrechtsstreit vor Gericht gegeben hat. Noch im Saal prügelten beide Lager aufeinander ein, so die Neue Westfälische.

Daraufhin gab es immer wieder heftige Auseinandersetzungen zwischen den Familien, am Abend des 19. Dezembers 2016 ihren Höhepunkt nahm: Zwei Männer waren nach Rache aus, weil das Opfer aus Bünde (31) im März 2015 dem Neffen des Gesuchten mit einer Gaspistole ins Gesicht geschossen hatte.

Laut Staatsanwaltschaft schnappten sich die neun Angeklagten Baseballschläger und Stangen, um den 31-Jährigen in der Fahrenkampstraße aufzulauern. Als das Opfer eintraf, zeigten sich die neun und bedrohten das Opfer mit einer Schusswaffe.

Schließlich prügelten sie auf den Bünder ein und verletzten ihn so schwer am Kopf, dass er lebensgefährliche Verletzungen erlitt. Er überlebte zwar, wird aber wohl bleibende Schäden zurückbehalten.

Eine Mordkommission hat die neun geflüchteten Tatverdächtigen im Anschluss ermitteln können. Alle waren schon polizeibekannt. Am 01. Februar 2016 stürmten SEK-Beamten die Wohnungen, um Beweise zu sichern und die Beteiligten festzunehmen.

Die Ermittlungen ergaben, dass es nicht um einen versuchten Tötungsdelikt handle, weil die Schläger davon abließen, weiter auf den Kopf einzuschlagen, als der Mann am Boden lag. Der Strafverteidiger eines Haupttäters, Peter Wüller, erklärte: "Hier geht es um das Verständnis eines Ehrbegriffs, den wir so nicht nachvollziehen können."

Der Prozess beginnt am 01. September. Der Gerichtssaal wird aufgrund der blutigen Vergangenheit von zusätzlichen Justiz- und Polizeibeamten gesichert. Die Einlasskontrolle ist besonders streng.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0