Schwere Vorwürfe! Misshandelte eine Vollzugsleiterin Flüchtlinge in Abschiebehaft?

Die Abschiebehaftanstalt in Büren steht in der Kritik.
Die Abschiebehaftanstalt in Büren steht in der Kritik.

Büren - Der Verein "Hilfe für Menschen in Abschiebehaft" erhebt schwere Vorwürfe gegen die Vollzugsleiterin der Abschiebehaftanstalt in Büren im Kreis Paderborn.

Wie die Neue Westfälische berichtet, werfe man ihr gefährliche Körperverletzung und die Misshandlung von Schutzbefohlenen vor.

Es wurde bereits Strafanzeige gegen die Frau gestellt. Bisher werden die schweren Vorwürfe von der Bezirksregierung Detmold und vom NRW-Flüchtlingsministerium zurückgewiesen.

Frank Gockel, Sprecher des Vereins, nennt als Basis für die Vorwürfe interne Beschwerden von Kollegen. Einem Häftling sollen auf Anordnung der Leiterin beispielsweise heimlich Medikamente ins Essen gemischt worden sein.

Zudem soll sie mehrfach dabei gewesen sein, als sich männliche Insassen nackt ausziehen mussten. Einem Mann soll sie dabei sogar den Intimschutz weggerissen haben.

"Nach unserer Überprüfung haben sich die anonymen Anschuldigungen gegen unsere Mitarbeiterin als haltlos erwiesen", heißt es von Anja Hegener, die als Sprecherin der Bezirksregierung arbeitet. Derart diffamierende Vorwürfe in der Öffentlichkeit anonym zu äußern, sei inakzeptabel, fügt sie an.

Wurden Flüchtlinge von der Vollzugsleiterin misshandelt?
Wurden Flüchtlinge von der Vollzugsleiterin misshandelt?

Der Bielefelder Rechtsanwalt Sebastian Nickel, der den Verein vertritt, glaubt nicht, dass die Vorwürfe haltlos sind. Er geht davon aus, dass die Paderborner Staatsanwaltschaft nachhaken wird.

"Die Gabe von Medikamenten bedarf immer einer Zustimmung, deshalb ist die heimliche Gabe von Arzneimitteln als schwere Körperverletzung zu werten", bezieht er sich auf einen der Vorwürfe.

Christoph Zielke von der Staatsanwaltschaft hat die Strafanzeige bisher nicht erhalten. "Es dauert ein paar Tage, bis Anzeigen erfasst und dann geprüft werden können."

Doch nicht nur die Vollzugsleiterin steht in der Kritik. Auch die Isolationshaft, während der die Häftlinge keiner Beschäftigung nachgehen dürfen, wird angeprangert.

Das Ministerium behauptet allerdings, dass es diese Form der Haft in Büren nicht gibt. Um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, gibt es lediglich die Sicherungsverwahrung.

Die Einrichtung bietet Platz für 140 Menschen. 120 sitzen aktuell insgesamt ein. Die Kapazität soll auf 175 Haftplätze ausgebaut werden (TAG24 berichtete).


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