Kirche kickt Mieterin nach einem halben Jahr aus Wohnung und bekommt Recht

Bürnen - Der Streit um das Pfarrhaus in Weilberg nimmt kein Ende. Die Kirche möchte weiterhin, dass die derzeitige Mieterin Bettina Henneke auszieht (TAG24 berichtete) und hat jetzt vor dem Amtsgericht in Paderborn einen Erfolg erzielt.

Bettina Henneke (52) will gegen das gefällte Urteil vorgehen.
Bettina Henneke (52) will gegen das gefällte Urteil vorgehen.

Der Pfarrer der Gemeinde, Peter Gede, hatte der 52-jährigen Mutter ein gutes halbes Jahr nach ihrem Einzug in das Pfarrhaus die Wohnung gekündigt und Eigenbedarf angemeldet. Beide Parteien zogen vor Gericht. Dieses entschied nun zugunsten des Pastoralverbundes Büren.

Gegenüber des Westfalen-Blattes verkündete Bettina Henneke allerdings, in Berufung gehen zu wollen. "Ich lasse mir das so nicht gefallen. So kann man mit Menschen nicht umgehen, ich bin schließlich auch ein Mitglied der Gemeinde", erklärte sie.

In dem 180 Quadratmeter großen Pfarrhaus soll künftig der Vikar und Seelsorger Dr. Tobias Schulte wohnen, um sich dort voll und ganz seiner wissenschaftlichen Karriere zu widmen. Derzeit schreibt er an seiner Habilitation im Fachgebiet Dogmatik.

Allerdings habe der Vikar ihrer Meinung nach schon eine durchaus angemessene Wohnung in Büren, weshalb sie die Eigenbedarfskündigung für nicht gerechtfertigt hält.

Trotzdem beharrt der Pastoralverbund auf sein Recht und erklärte: "Wir wollen unser Pfarrhaus für seinen ursprünglichen Zweck nutzen: um einen Priester darin wohnen zu lassen."

Auch das Gericht bestätigte nun die Kündigung als rechtens. Trotzdem ist Bettina Henneke fest entschlossen, sich noch einmal gegen das Urteil aufzulehnen und Geld und Nerven zu investieren.

Ihrem Empfinden nach kann die Kirche dabei nur verlieren, denn nicht alles, was juristisch vielleicht korrekt ist, sollte auf Biegen und Brechen durchgepaukt werden.


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