So gestalten Dresdner die Zukunft unserer Stadt

Gemeinsam mit Dresdner Bürgern arbeitet 
Norbert Rost (41) an nachhaltigen Plänen.
Gemeinsam mit Dresdner Bürgern arbeitet Norbert Rost (41) an nachhaltigen Plänen.

Dresden - Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen? Nicht so in Dresden. Denn seit Monaten arbeiten engagierte Dresdner in Workshops an der Zukunft ihrer Stadt.

Von der Idee bis zur Umsetzung. Nicht etwa die Verwaltung oder Planungsbüros, sondern die Dresdner selbst sollen, mit Norbert Rosts (41) Hilfe, Dresden zum Versuchslabor für eine nachhaltige Stadt machen.

„Ich bin die Hebamme für die Dresdner“, scherzt Projektleiter Rost und schiebt Ernst hinterher: „Wir suchen Leute die nicht nur meckern, sondern konkret was umsetzen wollen.“

Dafür opfern fast 650 Dresdner an 48 Abenden ihre Zeit. „Die Ideen reichen vom Schnellradweg aus Solarplatten, über Bürgersolaranlagen, öffentliche Obstbäume, Gemeinschaftsgärten oder Formate für mehr direkte Demokratie in der Stadt“, erzählt Norbert Rost.

Bis Mitte 2018 werden die Ideen in einen umsetzbaren Projektplan gegossen. „Der muss dann nur noch das Bundesforschungsministerium überzeugen“, sagt Rost. Denn nur acht von 20 Städten erhalten im Wettbewerb „Zukunftsstadt“ eine Millionen Euro zur Umsetzung.

Der nächste Workshop zum Thema „Kultur und Zukunftsstadt“ startet am 23. Mai. Informationen zur Teilnahme gibt es online.

Vereine profitieren von der Kulturhauptstadt

Katrin Stephan (28,v.l.n.r.), Felix Liebig (38) und „Löbtop“ Vereinschefin Viola Martin-Mönnich (33).
Katrin Stephan (28,v.l.n.r.), Felix Liebig (38) und „Löbtop“ Vereinschefin Viola Martin-Mönnich (33).  © Steffen Füssel

Jetzt gibt’s Geld von der Stadt. Damit das 950-jährige Stadtteiljubiläum von Löbtau 2018 richtig an Fahrt gewinnt, erhält der Verein Löbtop e.V. 2025 Euro vom Kulturhauptstadtbüro.

Doch das war nicht der einzige Grund. Viola Martin-Mönnich (33) und ihre Mitstreiter aus Löbtau kümmern sich seit Jahren um ein gesellschaftliches Leben in Löbtau. Ob Hofflohmärkte, Geschichtstage, Löbtauer Advent oder eben das anstehende Stadteiljubiläum.

„Wir bringen die Bewohner des Stadtteils zusammen“, sagt die Vereinsvorsitzende Martin-Mönnich.

Ihr Engagement und ihre Zukunftsvision für eine Miteinander in der Stadt, überzeugte auch das Kulturhauptstadtbüro.

Dieses lobte anlässlich der Kulturhauptstadtsbewerbung zehn Mal 2025 Euro für Ideen aus, die für ein besseres gesellschaftliches Miteinander in der Stadt sorgen.

Diese Teilnehmer des Workshops Bürgerbeteiligung arbeiten in 
kleinen Gruppen weiter an ihren Ideen.
Diese Teilnehmer des Workshops Bürgerbeteiligung arbeiten in kleinen Gruppen weiter an ihren Ideen.  © Andreas Weihs

Titelfoto: Andreas Weihs