"Stimmung gekippt": Bürgermeister wettert gegen Flüchtlinge

Boostedt - Die Bewohner der Landesunterkunft für Flüchtlinge (LUK) in Boostedt (Schleswig-Holstein) scheinen in dem Ort auf zunehmende Ablehnung zu stoßen.

Eine geflüchtete Familie geht über das Gelände der LUK in Boostedt.
Eine geflüchtete Familie geht über das Gelände der LUK in Boostedt.  © DPA

Dies signalisierte jetzt zumindest der Bürgermeister Hartmut König (CDU). In einem Interview mit den Kieler Nachrichten klagt er über zunehmende Probleme in der Unterkunft.

"Unsere Gemeinde wird mit einer Klientel von Flüchtlingen belastet, mit der sich ein großer Teil der Bevölkerung nicht mehr identifizieren kann." König klagt über Krawall, rüpelhaftes Benehmen und Respektlosigkeit. Hauptgrund für die Entwicklung sei, dass es sich bei den Bewohnern der LUK vorwiegend um junge Männer ohne Bleibeperspektive handele.

"Jeder, der Bleiberecht hat, wird relativ schnell weiterverteilt in andere Kommunen", sagte König. In der Unterkunft seien überwiegend Flüchtlinge, die vor der Ausweisung oder Rückführung stehen.

Diese hätten in Deutschland "keine Chance" und würden in Boostedt "ihre Zeit absitzen", so der CDU-Politiker.

Die Bevölkerung der 4600-Einwohner-Gemeinde habe anfangs noch große Hilfsbereitschaft gezeigt, viele hätten sich ehrenamtlich für die Zuwanderer engagiert, sagte König der Zeitung.

Das habe sich nun geändert, die Stimmung im Ort kippe. "Das Ehrenamt ist zusammengebrochen." Das Engagement werde "von den Flüchtlingen nicht gewürdigt", wettert König.

Die schwierige Klientel der LUK beschreibt er folgendermaßen: "Sie dürfen nicht arbeiten, wollen keinen Kontakt zur Bevölkerung, haben kein Interesse an Sprachunterricht und fallen in der Unterkunft durch Alkohol und Krawall auf."

Vonseiten des Innenministeriums werde dagegen bereits an einer Entschärfung der Situation gearbeitet, heißt es in dem Bericht weiter. Ab Dezember 2019 wolle man dann die Kapazität in der LUK Boostedt auf 500 Personen reduzieren.

Titelfoto: DPA


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