Bürgermeister entsetzt über KZ-Ankündigung für Rittergut

Kohren-Sahlis’ Bürgermeister Siegmund Mohaupt (55, CDU) ist entsetzt über die Aussage des neuen Rittergut-Besitzers
Kohren-Sahlis’ Bürgermeister Siegmund Mohaupt (55, CDU) ist entsetzt über die Aussage des neuen Rittergut-Besitzers

Von Andrzej Rydzik

Leipzig - Eine widerliche Provokation hat Kohren-Sahlis (bei Leipzig) tief getroffen. Ein Hesse hat das Rittergut Sahlis bei einer Zwangsversteigerung erworben und ankündigt, es als „Konzentrationslager zu nutzen“ (MOPO24 berichtete).

„Bei mir klingelt ständig das Telefon. Alle Welt will wissen, was hier los ist“, sagt Bürgermeister Siegmund Mohaupt (55, CDU) angefressen.

Für 160.000 Euro wechselte der Besitzer des Ritterguts. Seit 2004 im Besitz des 78-jährigen Rechtsextremisten Karl-Heinz Hoffmann („Wehrsportgruppe Hoffmann“), soll es jetzt einem gewissen Herrn Jarcov gehören. Bislang ist wenig bekannt über den in Hessen lebenden Osteuropäer.

„Auch ich kenne den neuen Besitzer noch nicht. Ich hätte mir aber einen mutigen Investor gewünscht, der sich ohne politischen Hintergrund durch das Rittergut in den Ausbau des Tourismus im Kohrener Land einbringt“, sagt der Bürgermeister.

Die Äußerung der Vertreterin des Käufers, er wolle dort ein KZ errichten, sei eine „Provokation sondergleichen“. Mohaupt: „Ich gehe davon aus, dass jeder weiß, dass es nie wieder ein KZ geben wird.“

Der Bürgermeister ist nun auf die Finanzprüfung des Hessen gespannt. Mit 160.000 Euro für das Anwesen habe er weit über Wert zugeschlagen.

Sollte er jedoch vorhaben, das Rittergut als Hotel oder Seniorenresidenz zu nutzen, erhalte er jede Unterstützung der Stadt.

Fotos: fotojump/F. Schmidt


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