Bürgermeister "erfindet" lebende Brandmelder

Altenbergs Bürgermeister (rechts) mit seinen freiwilligen "Brandmeldern" Peter Petzold (v.l.), Gabriele Höfken und Mandy Petzold.
Altenbergs Bürgermeister (rechts) mit seinen freiwilligen "Brandmeldern" Peter Petzold (v.l.), Gabriele Höfken und Mandy Petzold.

Von Antje Meier

Altenberg - Ungewöhnliche Feuerwehr - arbeit: Täglich müssen zwei Feuerwehrmänner in der Grundschule von Altenberg patroullieren. Grund sind angeblich Brandschutzmängel.

Timing ist manchmal alles. Das musste nun auch Altenberg spüren. 2003 hatte die Stadt ihre Grundschule saniert.

Allein 200 000 Euro flossen in Sanitäranlagen, Elektrik und Brandschutz.

„Wir mussten ein Brandschutzkonzept erstellen, und das wurde uns vom Landkreis genehmigt“, erzählt Bürgermeister Thomas Kirsten. Nun soll der Brandschutz plötzlich unzureichend sein.

„Unser Prüfer ist verstorben und ein neuer kam“, sagt Kirsten. Doch anstatt nur kleinere Nacharbeiten abzunehmen, prüfte der nochmal alles.

„Er fordert jetzt, dass wir die Treppenhäuser von den Fluren und Klassenzimmern trennen müssen.“ Kosten: 180 000 Euro.

„Damals wurde uns gesagt, dass wir das nicht brauchen“, ist das Stadtoberhaupt ratlos. „Wir haben so gebaut, wie es uns der Landkreis genehmigt hat!

Damit der Schulbetrieb (120 Schüler) weitergehen kann, kam dem Rathaus eine Idee:

Eigentlich war die Altenberger Grundschule schon saniert. Doch ein neuer Prüfer entdeckte Mängel im Brandschutz.
Eigentlich war die Altenberger Grundschule schon saniert. Doch ein neuer Prüfer entdeckte Mängel im Brandschutz.

Jetzt müssen täglich zwei Feuerwehrleute durchs Schulhaus patroullieren, im Notfall mit einem Megafon warnen.

Nur: „Wenn die Sirene der Brandschutzmeldeanlage losgeht, hört das Megafon keiner mehr“, wundert sich Thomas Kirsten. Die Ausnahmeregelung gilt zunächst bis zu den Winterferien.

„Mit Ausschreibung und Vergabe schaffen wir das nie bis dahin“, ist Kirsten sicher.

„Wir überlegen jetzt, dagegen in Widerspruch zu gehen und Schadensersatz vom Landkreis zu fordern. Denn das neue Brandschutzkonzept und der Feuerwehreinsatz kosten uns schon 40 000 Euro.“

Fotos: Petra Hornig


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