Nach Razzia gegen Chinesin: Bürgermeister in Schleuserring verwickelt?

Bad Liebenstein - Nachdem in der vergangenen Woche die Bundespolizei eine Razzia bei einer 55-jährigen Chinesin durchgeführt hat, scheint sich der Schleuserverdacht in Bad Liebenstein weiter auszubreiten.

In der vergangenen Woche war die Polizei in dem Gebäude gewesen.
In der vergangenen Woche war die Polizei in dem Gebäude gewesen.  © DPA

Denn auch Bürgermeister Michael Brodführer steht nun im Licht der Ermittlungsbehörden, ihm wird Beihilfe bei der Einschleusung von Chinesen vorgeworfen, so der MDR.

Brodführer wehrt sich gegen die Vorwürfe, er, oder die kommunale Verwaltung, seien nicht für die Genehmigung von VISA-Anträgen verantwortlich. Auch für die Gewerbeanmeldungen sei man nicht zuständig.

Hinter den Anschuldigungen sieht er die Masche einer Mitarbeiterin des Landratsamt, diese habe den Ermittlungsbehörden Unterlagen zukommen lassen, die ihn angeblich mit dem Schleuserring in Verbindung bringen würden.

Am vergangenen Mittwoch hatten 55 Bundespolizisten das alte Kurkrankenhaus in Bad Liebenstein durchsucht, dass 2015 an die verdächtige Chinesin verkauft worden war. Diese hatte die Fassade renovieren lassen, das geplante Hotel war aber nicht entstanden.

Stattdessen soll die Adresse benutzt worden sein, um rund 20 chinesische Briefkasten-Firmen anzumelden. Diese sollten anscheinend dazu benutzt werden, um VISA-Anträge zu stellen. Ob dies auch geschehen ist, müssen nun die Ermittlungen der Bundespolizei zeigen.

55 Polizisten waren an der Aktion beteiligt.
55 Polizisten waren an der Aktion beteiligt.  © DPA

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema Thüringen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0