Bürgerschaftswahl Hamburg: AfD und FDP schaffen's beide knapp!

Hamburg - Die Hamburger haben am Sonntag die Bürgerschaft gewählt. Hier findet Ihr alles, was Ihr dazu wissen müsst.

Katharina Fegebank (links) und Peter Tschentscher kämpfen um das Hamburger Rathaus. (Archivbild)
Katharina Fegebank (links) und Peter Tschentscher kämpfen um das Hamburger Rathaus. (Archivbild)  © Christian Charisius/dpa

Die gesamte Republik schaut mit Spannung auf die einzige deutsche Landtagswahl in diesem Jahr.

Mit großem Interesse wird das Rennen zwischen den regierenden Sozialdemokraten und den Grünen verfolgt.

Erstmals wollen die Grünen mit Katharina Fegebank (42) die Erste Bürgermeisterin der Stadt stellen. Doch die SPD und der amtierende Bürgermeister Peter Tschentscher (54) haben in den vergangenen Wochen in Meinungsumfragen deutlich zugelegt.

Außerdem steht der FDP nach dem Eklat in Thüringen eine Zitterpartie um den Wiedereinzug in die Bürgerschaft bevor. Wie wirken sich Björn Höckes Schachzüge in Erfurt und der rechtsextreme Terroranschlag in Hanau auf die in Hamburg schwache AfD aus?

Rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte ab 16 Jahren stimmen darüber am Sonntag ab. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

TAG24 fasst alle Ergebnisse aktuell zusammen.

Alle Zahlen, Umfragen, Hochrechnungen auf einen Blick: Über die Wahlergebnisse der Bürgerschaftswahl 2020 in Hamburg berichteten wir hier live.

Update, 23.13 Uhr: Vorabauszählung beendet

Dirk Nockemann kann doch noch den Wiedereinzug der AfD in die Hamburgische Bürgerschaft feiern.
Dirk Nockemann kann doch noch den Wiedereinzug der AfD in die Hamburgische Bürgerschaft feiern.  © Frank Molter/dpa

Die Vorabauszählung der Wahlhefte für die Landeslisten ist abgeschlossen.

Demnach bekam die SPD 39 Prozent der Stimmen, die Grünen folgen danach mit 24,2 Prozent.

Die CDU liegt bei 11,2 Prozent, die Linke kommt auf 9,1 Prozent, die AfD schafft mit 5,3 Prozent den Wiedereinzug und die FDP ist mit 5 Prozent knapp drinnen.

Am Montag sollen die Landesstimmzettel erneut und gründlicher ausgezählt werden, zusammen mit den Stimmen auf den Wahlkreisstimmzetteln.

Dadurch könnte sich die Zusammensetzung der Bürgerschaft marginal ändern.

Update, 22 Uhr: Auszählung vor dem Ende

Die Auszählung neigt sich für Sonntagabend dem Ende zu. Nur noch wenige Wahllokale zählen die Stimmen. Das Ergebnis der Landeslisten sollte in Kürze vorliegen.

Doch erst nach der Auszählung aller Stimmen am Montag dürfte der Wahlkrimi beendet sein.

Update, 21.46 Uhr: AfD-Gründer freut sich über schlechtes Abschneiden

Der Mitgründer der AfD, Bernd Lucke, hat sich erfreut über die Einbußen seiner früheren Partei bei der Hamburger Bürgerschaftswahl gezeigt. "Dass die AfD so schlecht abgeschnitten hat, finde ich sehr erfreulich. Die schrecklichen Morde von Hanau wurden zum Mahnmal dafür, dass man mit Fremdenfeindlichkeit nicht Politik machen darf", sagte Lucke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Er ist als Wirtschaftsprofessor an die Universität Hamburg zurückgekehrt. 2013 zählte er zu den Gründern der AfD, zwei Jahre später trat er nach seiner Abwahl als Bundessprecher aus der Partei aus.

Update, 21.16 Uhr: 90 Prozent sind ausgezählt

Wie das Statistikamt mitteilte, sind inzwischen 90 Prozent der Wahlbezirke ausgezählt.

Demnach kommt die SPD auf 39,2 Prozent, die Grünen auf 23,9 Prozent, die CDU auf 11,2 Prozent, die Linke auf 9,1 Prozent, die AfD auf 5,4 Prozent und die FDP auf 5,0 Prozent.

Update, 20.57 Uhr: ARD-Hochrechnung sieht AfD knapp drinnen

Auch eine neue Hochrechnung der ARD sieht nun doch einen Einzug der AfD in die Bürgerschaft.

Die Partei kam dabei am Sonntagabend auf 5,1 Prozent der Stimmen, die FDP blieb bei 5,0.

Update, 20.46 Uhr: Wahlsieger will mit CDU über Koalition reden

Peter Tschentscher (SPD) will auch mit der CDU über eine mögliche Koalition sprechen. Rot-Grün sei die naheliegende Option und die SPD werde sehr bald auf die Grünen zugehen, um Sondierungsgespräche zu führen.

"Das ist die erste Priorität, die wir sehen", sagte Tschentscher am Sonntag in der ARD. "Wir werden aber auch - wenn sich die Mehrheiten so bestätigen - auf die CDU zugehen, ein Gespräch führen."

Die Wähler hätten entschieden, dass es diese beiden Optionen gebe.

Update, 20.27 Uhr: Mehr als ein Drittel ausgezählt

Der AfD-Politiker Tino Chrupalla (l) und der stellvertretende Sprecher Alexander Wolf sind im Gespräch während der Wahlparty in der Hamburger Landesgeschäftsstelle.
Der AfD-Politiker Tino Chrupalla (l) und der stellvertretende Sprecher Alexander Wolf sind im Gespräch während der Wahlparty in der Hamburger Landesgeschäftsstelle.  © Frank Molter/dpa

Laut der zweiten amtlichen Hochrechnung ist die SPD mit 39,2 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden. Die Grünen gewannen demnach 23,6 Prozent.

Die in Hochrechnungen von ARD und ZDF nicht in der Bürgerschaft vertretene AfD kommt nach der zweiten Hochrechnung des Landeswahlamts auf 5,6 Prozent - und wäre damit doch im Parlament.

Basis der Hochrechnung von 20.02 Uhr sind 37,7 Prozent der Stimmbezirke.

Die FDP schafft den Wiedereinzug in das Parlament knapp mit 5,1 Prozent, wie das Landeswahlamt am Sonntag weiter mitteilte.

Die CDU kommt auf 11,3 Prozent, die Linke auf 9,0.

Update, 20.15 Uhr: Irritierende Anzeigen der Hamburger Hochbahn

An der U-Bahn-Station Baumwall wirbt die Hochbahn auch nach 20 Uhr noch für die Wahl.
An der U-Bahn-Station Baumwall wirbt die Hochbahn auch nach 20 Uhr noch für die Wahl.  © TAG24/Robert Stoll

Die Hamburger Hochbahn wirbt seit dem Morgen auf den Anzeige-Tafeln an den U-Bahn-Stationen und auf Bussen für die Bürgerschaftswahl.

"Auf zur Wahl!" heißt es dort.

Auch um kurz nach 20 Uhr, also mehr als zwei Stunden nachdem die Wahllokale geschlossen haben, steht der Wahlaufruf auf den Anzeigen.

Gut gemeint, aber jetzt kann niemand mehr seine Kreuze machen!

Update, 19.47 Uhr: AfD klettert in Hochrechnung über fünf Prozent

Das statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein hat basierend auf den bisher auszählten Wahlkreisen eine erste amtliche Hochrechnung veröffentlicht. Bis 19.40 Uhr wurden 15,5 Prozent aller Bezirke ausgezählt.

Demnach kommt die SPD auf 39,3 Prozent, die Grünen auf 23,5 Prozent, die CDU auf 11,4 Prozent, die Linke auf 8,6 Prozent, die FDP auf 5,1 Prozent und die AfD auf 5,8 Prozent. Damit wäre die AfD doch in der Bürgerschaft.

Die anderen Parteien kommen auf 6,3 Prozent.

Update, 19.38 Uhr: AfD sieht Verschwörung am Werk

Vertreter der AfD versuchen Zweifel am Wahlausgang in Hamburg zu säen und fabulieren auf Twitter von mutmaßlicher Wahlfälschung.

Bisher liegen nur Hochrechnungen der ARD und des ZDF vor, aber keine amtliche. Daher ist noch völlig unklar, ob die AfD wirklich raus ist.

Es liegen derzeit keine Anzeichen für Wahlfälschung vor. Vielmehr sehen solche Aussagen nach schlechtem Verlierer aus.

Titelfoto: Frank Molter/dpa

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