Neue Regeln für Vermittlung von Sex-Jobs

Prostitution fällt unter das Cluster 1 der Vermittlungsanleitung für die Jobbörsen.
Prostitution fällt unter das Cluster 1 der Vermittlungsanleitung für die Jobbörsen.  © DPA

Nürnberg – Die Bundesagentur für Arbeit hat neue Regeln erlassen, welche Jobs in der Erotikbranche von Jobcentern vermittelt werden dürfen.

Nachdem immer wieder Fälle für Aufsehen sorgen, in denen Arbeitslosen etwa eine Stelle in einem Sexshop angeboten wird und bei Ablehnung Sanktionen durch das Jobcenter drohen, hat die Bundesagentur jetzt reagiert.

Wie die Berliner Zeitung unter Berufung auf eine interne Anleitung der Behörde berichtet, gibt es sechs Cluster, in die verschiedene Sex-Jobs nach ihrer Vermittelbarkeit eingestuft sind.

Demnach fallen unter der Cluster 1 "Direkte erotische Dienstleistungen", wie Prostitution und in das Cluster 2 etwa Mitarbeit in einem Escortservice oder erotische Massagen. In beiden Fällen werden die Jobs weder in Stellenbörsen veröffentlicht, noch angeboten oder vermittelt.

In das Cluster 3 fallen Arbeitsstellen als Hausdame, Barkeeper, Reinigungskraft oder Saunameister in einem erotischen Etablissement. Diese sollten nicht aktiv angeboten werden. Bei ausdrücklichem Wunsch des Kunden darf das Jobcenter sie aber vermitteln. Lehnt der Bewerber trotzdem ab, braucht er keine Sanktionen befürchten.

Unproblematisch sieht die Anleitung Berufe in den Clustern 3 und 4. Dazu gehören beispielsweise Verkauf oder Filialleitung in einem Sexshop. Diese dürften Arbeitssuchenden durchaus angeboten werden. Allerdings drohen bei einer Ablehnung nicht sofort zu Sanktionen.

Das sieht auch der rot-rot-grüne Senat in Berlin so. „Niemand darf zu solchen Jobs gezwungen werden. Da ziehen Arbeitsagentur und Senat an einem Strang“, wird Alexander Fischer (Linke), Staatssekretär für Arbeit und Soziales in der Berliner Zeitung zitiert.


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