Fahren wir schon bald mit Reifen aus Löwenzahn?

Berlin - Die Bundesregierung will die sogenannte Bioökonomie stärker fördern und in dem Bereich auch mehr in die Forschung investieren. Dafür soll im Bundeskabinett an diesem Mittwoch eine "Nationale Bioökonomiestrategie" beschlossen werden. Konkret geht es um die Erforschung und Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen und um die Sicherstellung der Ernährung vor dem Hintergrund von Klimawandel und Bevölkerungswachstum.

Reifen aus Löwenzahn könnten eine Alternative zu ihrem auf Erdöl basierenden Vorbild sein.
Reifen aus Löwenzahn könnten eine Alternative zu ihrem auf Erdöl basierenden Vorbild sein.  © 123RF Iakov Kalinin & sharpshutter

Viele Kunden achteten immer mehr auf Nachhaltigkeit bei neuen Produkten, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.

"Und tatsächlich stehen biobasierte Materialien den Eigenschaften erdölbasierter Kunststoffe in kaum noch etwas nach. Schon heute können Autoreifen aus Löwenzahn oder Turnschuhe aus Spinnenseide hergestellt werden."

In den nächsten Jahren müsse man aber bei der Nutzung natürlicher Rohstoffen für noch viel mehr Produkte vorankommen, sagte Karliczek.

In der Bioökonomie-Strategie, die der dpa vorliegt, nimmt sich die Bundesregierung zudem vor, "ihre Aktivitäten im Bereich der Züchtung standort- und klimaangepasster, (...) resistenter beziehungsweise toleranter Pflanzensorten" auszubauen.

"Neben Kulturpflanzen kommt aber auch Insekten, Pilzen, Mikroorganismen und aquatischen Lebensformen wie Algen zunehmend Bedeutung in der modernen Bioökonomie zu", heißt es weiter.

Das werde durch entsprechende Fördermaßnahmen unterstützt. Geplant ist außerdem die Einrichtung eines Expertengremiums, dass Empfehlungen und Stellungnahmen für die Bundesregierung im Bereicht der Bioökonomie erarbeiten soll.

Titelfoto: 123RF Iakov Kalinin & sharpshutter

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