Bundesliga-Analyse: Union-Sensation! So konnten die "Eisernen" den BVB bezwingen!

Dresden - Was für ein spektakuläres Fußball-Wochenende in Deutschlands Profifußball! Die Sensation schlechthin war natürlich der 3:1-Überraschungserfolg des 1. FC Union Berlin über Titelanwärter Borussia Dortmund.

Union-Angreifer Marius Bülter erzielte gegen den BVB einen Doppelpack.
Union-Angreifer Marius Bülter erzielte gegen den BVB einen Doppelpack.  © Paul Zinken/dpa

Doch wie kam es zu diesem Coup der Köpenicker, mit dem wohl nur die kühnsten Optimisten vorab gerechnet hatten?

Zum einen hat Union aus der 0:4-Klatsche am 1. Spieltag gegen RasenBallsport Leipzig die richtigen Lehren gezogen.

Nach anfänglicher Verunsicherung beim FC Augsburg war in Halbzeit zwei eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen. Das allererste Bundesliga-Tor der Vereinsgeschichte gab den "Eisernen" zusätzlich Auftrieb.

Gegen die Schwarz-Gelben waren die Mannen von Trainer Urs Fischer bis in die Haarspitzen motiviert. Daran dürfte auch Ex-BVB-Star Neven Subotic einen entscheidenden Anteil gehabt haben.

Während der Partie hielt er die Defensive zusammen, organisierte, sorgte vorne für Gefahr und hinten für Sicherheit - genau deshalb hat Union ihn geholt!

Dazu kam, dass Dortmund zu keinem Zeitpunkt richtig ins Spiel fand. Gegen den hohen läuferischen Aufwand der Hausherren (spulten über sieben Kilometer mehr ab als der BVB) und die mannschaftliche Geschlossenheit der Berliner fand die Borussia keine spielerischen Lösungen. So konnte man die höhere individuelle Klasse nicht auf den Rasen bringen und wusste auch mit dem deutlichen Ballbesitz-Plus (74 Prozent!) nur wenig anzufangen.

Die Unioner schossen dafür sogar häufiger auf das Tor - und belohnten sich gleich drei Mal, während Dortmund seine Möglichkeiten mit Ausnahme des Ausgleichstores mal wieder nicht effektiv nutzen konnte. Das alles und eine schlechte Tagesform der Gäste führten dann zu der verdienten ersten Saisonniederlage des Meisterschaftsanwärters.

FC Bayern München viel zu stark für überforderten 1. FSV Mainz 05

Robert Lewandowski und David Alaba durften mit ihrem FC Bayern München gleich sechs Mal gegen den 1. FSV Mainz 05 jubeln.
Robert Lewandowski und David Alaba durften mit ihrem FC Bayern München gleich sechs Mal gegen den 1. FSV Mainz 05 jubeln.  © Sven Hoppe/dpa

Beinahe eine Halbzeit lang sah es auch in München nach einer Überraschung aus. Der 1. FSV Mainz ging früh gegen den FC Bayern München in Führung und konnte den Vorsprung bis zur 36. Minute halten.

Dann fiel jedoch der Ausgleich und noch vor der Pause lag der Deutsche Rekordmeister mit 2:1 vorne. Im zweiten Abschnitt war Mainz gegen das Starensemble gänzlich chancenlos und unterlag am Ende mit 1:6 - eine 45-minütige Machtdemonstration des FCB, der in der Tabelle am BVB vorbeizog und nun bereits Zweiter ist.

Vor ihnen steht nämlich noch RasenBallsport Leipzig. Unter Trainer Julian Nagelsmann setzte es nach der Vertragsverlängerung von Deutschlands Stürmer Nummer eins, Timo Werner, den dritten Sieg im dritten Bundesliga-Spiel. Selbst Borussia Mönchengladbach hatte RB wenig entgegenzusetzen und verlor mit 1:3 - und alle drei Leipziger Treffer erzielte Werner!

Auf Platz drei steht der VfL Wolfsburg, der gegen den frechen Aufsteiger SC Paderborn 07 nicht über ein 1:1-Unentschieden hinauskam und damit einen Startrekord knapp verpasste.

Ebenfalls nur Remis (0:0) spielte Bayer 04 Leverkusen gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Trotz klarer Überlegenheit konnten beste Chancen nicht genutzt werden. So fielen erstmals keine Treffer in dieser Begegnung zwischen zwei offensivfreudigen Mannschaften.

Hertha BSC im Tabellenkeller, Bremen und Frankfurt drehen ihre Spiele

Bas, Bas, wir brauchen Bas! Dost traf in seinem ersten Einsatz direkt für Eintracht Frankfurt.
Bas, Bas, wir brauchen Bas! Dost traf in seinem ersten Einsatz direkt für Eintracht Frankfurt.  © Arne Dedert/dpa

Auch der SC Freiburg rutschte in der Tabelle ab, weil die Breisgauer eine 1:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln kassierten, der damit seinen positiven Trend nach dem überragenden Spiel gegen den BVB fortsetzte, sich diesmal auch mit Punkten belohnte und damit die Abstiegsränge verlassen konnte.

Auf Platz 17 abgerutscht ist mittlerweile Hertha BSC. Nach dem 2:2 bei den Bayern und der 0:3-Pleite gegen Wolfsburg setzte es erneut eine 0:3-Packung - diesmal "half" man dem FC Schalke 04 mit zwei Eigentoren und ermöglichte der Mannschaft von Coach David Wagner so den ersten Liga-Sieg.

Diesen durfte auch der SV Werder Bremen feiern. Dem Jubel nach dem hart erarbeiteten 3:2-Erfolg gegen FC Augsburg war die Erleichterung über diesen Befreiungsschlag anzumerken.

Zwar agierte der FCA ab der 34. Minute in Unterzahl, spielte jedoch weiter frech mit und stellte die Bremer vor einige Probleme. Doch Yuya Osako und Joshua Sargent lieferten und dürften für eine geruhsame Länderspielpause der Bremer sorgen, während Augsburg weiterhin nur einen Punkt hat und auf Rang 16 abrutschte.

Unweit davon entfernt liegt Fortuna Düsseldorf. Die Mannschaft von Friedhelm Funkel verlor trotz Führung noch mit 1:2 bei Eintracht Frankfurt. Für die SGE traf Bas Dost gleich in seinem ersten Spiel zum wichtigen Ausgleich und schoss Frankfurt auf den siebten Platz.

VfL Osnabrück rockt die 2. Bundesliga, Dynamo Dresden mit großer Aufholjagd gegen den FC St. Pauli

Marcos Alvarez führt die Torschützenliste der 2. Bundesliga an: In vier Spielen hat der Goalgetter vier Treffer erzielt. Gegen den KSC führte er den VfL Osnabrück mit einem Doppelpack zum Sieg.
Marcos Alvarez führt die Torschützenliste der 2. Bundesliga an: In vier Spielen hat der Goalgetter vier Treffer erzielt. Gegen den KSC führte er den VfL Osnabrück mit einem Doppelpack zum Sieg.  © David Inderlied/dpa

Beeindruckend ist das auch in der 2. Bundesliga freche Auftreten des VfL Osnabrück, der am Sonntag Mitaufsteiger Karlsruher SC glatt mit 3:0 besiegte und zumindest bis Montagabend auf dem dritten Platz steht.

Neun Punkte aus fünf Spielen sind eine starke Bilanz für einen Liga-Neuling, der nun weiter auf der Euphoriewelle surfen kann.

An der Spitze thront jedoch weiter unangefochten der Hamburger SV, der auch Hannover 96 bezwang und beim deutlichen 3:0-Sieg seine Muskeln spielen ließ. In dieser Form ist die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking ein großer Aufstiegsanwärter.

Das muss man - so merkwürdig das klingt - momentan auch über den SV Sandhausen sagen, der gegen den SV Darmstadt 98 mit 1:0 gewann, den dritten Dreier in Folge feiern durfte und damit vorläufig auf den zweiten Platz sprang. Das Team von Uwe Koschinat agiert als echte, kampf- und spielstarke Einheit und wird in dieser Verfassung noch ganz andere Gegner vor Probleme stellen.

Mit Arminia Bielefeld und der SpVgg Greuther Fürth spielten zwei Verfolger 2:2-Unentschieden und verpassten somit den Sprung an die Spitze. Am anderen Ende der Tabelle hängt der SV Wehen Wiesbaden fest, für den die 2. Liga eine Klasse zu hoch zu sein scheint: Das 0:5 daheim gegen den SSV Jahn Regensburg spricht ebenso Bände wie die bisherige Bilanz: Aus fünf Spielen hat der SVWW lediglich einen Zähler gesammelt und stellt mit einem Torverhältnis von 6:16 die Schießbude der Liga dar.

Besser läuft es bei Dynamo Dresden. Die SGD holte gegen den FC St. Pauli einen aussichtslos erscheinenden 0:3-Rückstand auf und spielte noch 3:3-Remis, hat damit seit drei Partien nicht mehr verloren.

Eintracht Braunschweig unterlegt die Aufstiegsambitionen; Hallescher FC begeistert

Terrence Boyd (r.) hat beim Halleschen FC voll eingeschlagen: Nach vier Spielen hat der frühere US-Nationalspieler drei Tore geschossen und zwei Treffer direkt vorbereitet.
Terrence Boyd (r.) hat beim Halleschen FC voll eingeschlagen: Nach vier Spielen hat der frühere US-Nationalspieler drei Tore geschossen und zwei Treffer direkt vorbereitet.  © Picture Point/Gabor Krieg

In der 3. Liga gibt es wie eine Spielklasse höher auch einen Tabellenführer, der Woche für Woche seine Ambitionen untermalt.

Eintracht Braunschweig lag beim KFC Uerdingen mit 0:1 zurück, kassierte eine Rote Karte - und drehte die Partie am Ende noch! So feierten die für Drittliga-Verhältnisse exzellent besetzten "Löwen" mit dem 2:1 den sechsten Sieg im siebten Match und stehen dank ihrer offensiven Spielweise zurecht ganz oben.

Nur noch einen Platz dahinter befindet sich der Hallesche FC, der gegen die SG Sonnehof Großaspach phasenweise brillierte und auch in der Höhe verdient mit 4:0 gewann. Wenn "Zyklop" Terrence Boyd weiter so trifft, wird der HFC noch lange dort oben stehen.

Auch die spielstarke SpVgg Unterhaching hält durch einen 2:1-Derbysieg beim FC Bayern München II den Kontakt zu Spitze und schloss zum FC Ingolstadt 04 auf, der beim FC Viktoria Köln überraschend deutlich mit 0:3 verlor und damit seine erste Niederlage einstecken musste.

Die Viktoria rückte dafür auf einen beeindruckenden fünften Rang vor. Dahinter folgt der SV Waldhof Mannheim, der im "Hexenkessel" Betzenberg die Nerven behielt und im Derby beim 1. FC Kaiserslautern behielt und ein 1:1-Remis holte. Es bleibt also auch in der 3. Liga weiterhin spannend - oben wie unten.

Während Ex-BVB-Star Neven Subotic (r.) mit seinem 1. FC Union Berlin jubeln konnte, musste Dortmund um Coach Lucien Favre einen ersten Rückschlag hinnehmen. (Bildmontage)
Während Ex-BVB-Star Neven Subotic (r.) mit seinem 1. FC Union Berlin jubeln konnte, musste Dortmund um Coach Lucien Favre einen ersten Rückschlag hinnehmen. (Bildmontage)  © Andreas Gora/dpa

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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