Negativstrudel! Gründe für die Krise beim BVB, bei Hertha und Werder

Deutschland - Krise! Bei Borussia Dortmund, Hertha BSC und dem SV Werder Bremen läuft es momentan nicht. Doch was sind die unterschiedlichen Gründe für die Negativserien dieser drei Klubs?

Fragende Blicke: Marco Reus und seine Kollegen stecken mit dem BVB in einer echten Krise.
Fragende Blicke: Marco Reus und seine Kollegen stecken mit dem BVB in einer echten Krise.  © dpa/David Inderlied

Beim BVB sind es die extremen Leistungsschwankungen. Gegen Inter Mailand wurde eine schwache erste Hälfte gespielt (0:2), ehe das Team von Lucien Favre in Halbzeit zwei ein ganz anderes Gesicht zeigte und noch mit 3:2 gewann.

Bei der 0:4-Klatsche beim FC Bayern München war Dortmund drückend unterlegen, gegen den SC Paderborn 07 lief es anfangs ähnlich, weshalb es zur Halbzeit schon 0:3 stand, was es ein gellendes Pfeifkonzert der aufgebrachten Fans zur Folge hatte.

Zwar spielten die Schwarz-Gelben auch in Abschnitt zwei nicht gerade gut, aber zumindest phasenweise deutlich druckvoller und zielstrebiger und kamen so noch zu einem 3:3.

Das ist jedoch nicht der Anspruch der Borussia, der erkennbar ein wuchtiger Mittelstürmer fehlt, der Räume öffnet und für Durchschlagskraft sorgt.

Dazu sind viele Spieler wie Manuel Akanji, Mahmoud Dahoud oder Thorgan Hazard weit von ihrer Bestform entfernt.

So kommt es nun auf die Fähigkeiten des angezählten Favre an. Wenn er seine Mannschaft wieder motivieren und in die Erfolgsspur bringen kann, wird er weiter Trainer bleiben. Deshalb sind die kommenden Partien gegen den FC Barcelona in der Champions League (Mittwoch, 21 Uhr) und Hertha in der 1. Bundesliga (Samstag, 15.30 Uhr) von enormer Bedeutung für den Schweizer Coach.

Hertha BSC mit vier Niederlagen in Folge: Ante Covic ist angezählt

Hertha BSC um Dodi Lukebakio (vorne) verlor in Unterzahl klar mit 0:4 beim FC Augsburg.
Hertha BSC um Dodi Lukebakio (vorne) verlor in Unterzahl klar mit 0:4 beim FC Augsburg.  © dpa/Stefan Puchner

Für Dortmunds kommenden Liga-Gegner wird es ebenfalls eine sehr schwere Woche. Denn Hertha ging beim FC Augsburg gleich mit 0:4 unter. Zwar in 62-minütiger Unterzahl, doch bereits zuvor lag die "Alte Dame" mit 0:2 zurück und ließ jeglichen Esprit vermissen.

Hinten sorgen individuelle Aussetzer immer wieder für Schnappatmung bei Verantwortlichen und Fans, vorne fehlte jegliche Durchschlagskraft.

Und im Mittelfeld laufen Leistungsträger der letzten Saison, allen voran Marko Grujic, ihrer Form völlig hinterher. Im Sturm fehlt Davie Selke der Killerinstinkt, in der Abwehr ruft Niklas Stark sein großes Können nur phasenweise ab. Auch deshalb gab es in den letzten vier Liga-Spielen vier Niederlagen.

Daher gibt es viele Baustellen für Trainer Ante Covic, der das zweifelsfrei vorhandene Potenzial seiner Mannschaft bislang nicht dauerhaft herauskitzeln konnte und nach dem schwachen Auftritt in Augsburg nun zusätzlich unter Druck steht.

Doch die Zweifel am gebürtigen Berliner, der bei der U23 über Jahre hinweg großartige Arbeit ablieferte, wachsen und haben nach dem Offenbarungseid am Sonntagnachmittag einen neuen Höchststand erreicht. Wie lange Covic das Vertrauen von Manager Michael Preetz noch genießen darf, bleibt abzuwarten.

Sitzt er auch am kommenden Samstag noch auf der Bank, könnte es sowohl für BVB-Coach Lucien Favre, als auch für den Kroaten das Job-Endspiel sein...

SV Werder Bremen wirkt nach Negativserie verunsichert

Auch bei Maximilian Eggestein und dem SV Werder Bremen läuft es ergebnistechnisch nicht. Gegen den FC Schalke 04 gab es eine 1:2-Heimpleite.
Auch bei Maximilian Eggestein und dem SV Werder Bremen läuft es ergebnistechnisch nicht. Gegen den FC Schalke 04 gab es eine 1:2-Heimpleite.  © dpa/Carmen Jaspersen

Das dritte Sorgenkind der Bundesliga ist Werder Bremen. Die Grün-Weißen verloren gegen den FC Schalke 04 völlig verdient mit 1:2. Die Verunsicherung war dem SVW erstmals in dieser Saison wirklich anzumerken.

Der Elf fehlte der Mut, weshalb die Bremer gehemmt wirkten und gegen gut aufspielende und aggressive Knappen knapp eine Stunde lang keine Chance hatten.

Die Negativserie der letzten Wochen hat offensichtlich Spuren hinterlassen. Zuvor fehlte Werder nämlich oft nur das Matchglück.

Patzer vor Gegentoren, Chancenwucher, teilweise fehlende Durchschlagskraft, eine große Verletzungsmisere und umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen hatten zur Folge, dass die Bremer oft nur ein Unentschieden holten oder knapp verloren.

Dabei zeigen das Team von Trainer Florian Kohfeldt ansehnlichen Offensivfußball. Doch die Punkte fehlen, was auch den Druck auf den jungen Coach langsam aber sicher steigen lässt.

Obwohl die Bremer viel mehr Qualität haben, befinden sie sich im Abstiegskampf. Ob sie dafür auch die richtigen Spieler haben, die in solchen Phasen vorangehen und die anderen Akteure mitreißen können, müssen die kommenden Wochen zeigen.

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