Traditionsvereine in der Krise! Hertha BSC und Kaiserslautern verpatzen den Saisonstart

Dresden - Krise bei vier Traditionsvereinen! Hertha BSC, Holstein Kiel, der FC Carl Zeiss Jena und 1. FC Kaiserslautern haben allesamt ihren Saisonstart verpatzt.

Trainer Ante Covic muss gleich zu Beginn seiner Bundesliga-Karriere als Trainer eine erste Krise moderieren.
Trainer Ante Covic muss gleich zu Beginn seiner Bundesliga-Karriere als Trainer eine erste Krise moderieren.  © Andreas Gora/dpa

Besonders von Hertha war das nach der fetten Millionen-Finanzspritze nicht erwartet worden.

Nach dem souveränen Erfolg im DFB-Pokal beim Regionalligisten VfB Eichstätt (5:1) und dem überraschenden 2:2 beim FC Bayern München setzte es für die Berliner drei Niederlagen in Folge.

Gegen den VfL Wolfsburg und FC Schalke 04 wurde jeweils mit 0:3 verloren, nun gab es im wichtigen Kellerduell beim 1. FSV Mainz 05 die nächste Pleite (1:2), die dazu führte, dass die "Alte Dame" nun Tabellenletzter ist.

Doch was sind die Gründe für den schlechtesten Saisonstart seit 1990/91? Vor allem die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor ist Hertha abhanden gekommen.

Weil die Tore ausbleiben, fehlt auch zunehmend das Selbstbewusstsein. Dazu brauchen die Spieler offensichtlich noch Zeit, um die Ideen vom neuen Trainer Ante Covic zu verinnerlichen.

Mit dem gebürtigen Berliner steht ein Newcomer im Trainer-Profigeschäft an der Seitenlinie, der bisher ungestört und erfolgreich die U23 der Berliner coachte.

Herthas Trainer Ante Covic setzt fast gar nicht auf den eigenen Nachwuchs

Jordan Torunarigha war nur einer von zwei Spielern aus dem eigenen Nachwuchs, der in Mainz im Kader stand. Er kam auch als einziger zum Einsatz. Dabei hat Hertha unzählige Talente in der Hinterhand...
Jordan Torunarigha war nur einer von zwei Spielern aus dem eigenen Nachwuchs, der in Mainz im Kader stand. Er kam auch als einziger zum Einsatz. Dabei hat Hertha unzählige Talente in der Hinterhand...  © Soeren Stache/dpa

Er bekommt weiterhin das Vertrauen ausgesprochen, sollte allerdings schnellstmöglich dafür sorgen, dass die 1. Männermannschaft zurück in die Erfolgsspur findet.

In Mainz wechselte Covic sein Team gleich fünf Mal durch. Die Defensive stand deutlich stabiler als zuvor, doch wer aus 16 Torchancen nur einen Treffer erzielt, der braucht sich am Ende nicht wundern, wenn er in der 1. Bundesliga verliert.

Erstaunlich ist auch, dass gerade er, der die Nachwuchskicker so gut kennt, fast gar nicht auf die herausragenden Talente aus der Jugendakademie setzt.

Gegen Mainz standen mit Jordan Torunarigha und Maximilian Mittelstädt nur zwei Eigengewächse im 20 Mann starken Kader.

Die vielen Rohdiamanten kommen ausschließlich in der zweiten Mannschaft zum Einsatz und grüßen in der Regionalliga Nordost von der Tabellenspitze.

Vielleicht sollte zukünftig der ein oder andere Spieler mehr im Profikader stehen.

Das enorm wichtige Heimspiel gegen den Vorletzten SC Paderborn 07 böte sich dazu an...

Holstein Kiels zweiter Umbruch in Folge missglückt: André Schubert als Coach entlassen

André Schubert (M.) wurde nach sieben Spielen als Trainer von Holstein Kiel entlassen.
André Schubert (M.) wurde nach sieben Spielen als Trainer von Holstein Kiel entlassen.  © Stefan Puchner/dpa

Anders gelagert sind die Probleme bei Zweitligist Holstein Kiel. Die "Störche" haben den zweiten Umbruch in Folge hinter sich. Ein runderneuerter Kader und jeweils ein neuer Übungsleiter - das ging in der letzten Saison gut, diesmal aber (bisher) nicht.

Mit fünf Punkten aus sechs Spielen hinkt die talentierte Mannschaft den eigenen, gewachsenen Ansprüchen hinterher und steht mit einem Torverhältnis von 5:10 momentan nur auf Abstiegsrelegationsrang 16.

Nach der ernüchternden 0:3-Packung beim 1. FC Heidenheim wurde André Schubert als Trainer entlassen (TAG24 berichtete). Das soll nicht nur sportliche Gründe gehabt haben, wie aus der Kieler Mitteilung herauszulesen ist.

Schon im Dokumentarfilm "Trainer!" von Aljoscha Pause wurde deutlich, dass Schubert ein anderer und nicht unbedingt leichter Typ ist.

In Kiel scheint es offenbar zwischenmenschlich nicht gepasst zu haben, wie auch die Aussage "Die Vorbereitung und der Saisonstart liefen nicht so, wie wir es uns erhofft haben" von Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth belegt.

Nun gilt es für ihn und die KSV, einen Trainer zu verpflichten, der das vorhandene Potenzial des Teams und besser entfalten kann, als es Schubert in den lediglich sieben Pflichtspielen gelungen ist.

Nach 1:6-Klatsche beim SV Meppen: Dem 1. FC Kaiserslautern fehlt die Konstanz!

Sascha Hildmann steht beim 1. FC Kaiserslautern vor der Entlassung.
Sascha Hildmann steht beim 1. FC Kaiserslautern vor der Entlassung.  © Uwe Anspach/dpa

Unmittelbar vor der Trainerentlassung steht man auch beim hochgerüsteten 1. FC Kaiserslautern, wo Sascha Hildmann vor der Entlassung steht (TAG24 berichtete).

Beim FCK sorgte die heftige 1:6-Klatsche beim SV Meppen für Entsetzen. Erneut war das Defensivverhalten desolat. 18 Gegentore hat der FCK schon kassiert.

Mit Drittliga-Niveau hat das Abwehrverhalten momentan wenig zu tun. Die Verunsicherung der Lauterer war im Spielverlauf immer deutlicher zu spüren, die Akteure zu sehr mit sich selbst beschäftigt, weshalb sich keiner an dem anderen aufrichten konnte.

Gerade mal neun Zähler aus acht Partien hat Lautern auf dem Konto, weshalb die "Roten Teufel" lediglich auf Rang vierzehn stehen und damit nur einen Punkt vor dem ersten Abstiegsplatz!

Kein Wunder, haben doch nur die Würzburger Kickers noch mehr Gegentore geschluckt. Hildmanns Nachfolger muss es gelingen, Konstanz in die schwankenden Leistungen der Spieler zu bekommen.

1:6, 6:0, 1:1, 5:3 und 0:3 - die letzten fünf Resultate zeigen deutlich, wo der Schuh bei Kaiserslautern drückt.

Steht der erste Drittliga-Absteiger schon fest? FC Carl Zeiss Jena abgeschlagen am Tabellenende

Wie soll in dieser Saison noch die Trendwende gelingen? Der FC Carl Zeiss Jena ist abgeschlagener Tabellenletzter der 3. Liga.
Wie soll in dieser Saison noch die Trendwende gelingen? Der FC Carl Zeiss Jena ist abgeschlagener Tabellenletzter der 3. Liga.  © Picture Point/Gabor Krieg

Noch düsterer sieht es beim FC Carl Zeiss Jena aus. Die Thüringer sind in der 3. Liga momentan nicht konkurrenzfähig und stehen mit einem kümmerlichen Pünktchen aus acht Spielen abgeschlagen am Tabellenende.

Eine weitere grandiose Aufholjagd wie in der letzten Rückrunde ist dem FCC zurzeit nicht zuzutrauen. Dafür ist der Kader schlichtweg zu schlecht besetzt.

Vorne fehlt ein echter Torjäger, hinten die defensive Stabilität, im Mittelfeld die Kreativität - Coach Lukas Kwasniok hat (zu) viele Baustellen!

Ein Torverhältnis von 4:17 spricht Bände. Nach dem fast schon sensationellen Remis gegen den 1. FC Magdeburg (1:1) wurde nun beim TSV 1860 München mit 1:3 verloren.

Der Vorsprung zum rettenden Ufer ist damit auf sieben Zähler angewachsen. Es sieht nicht so aus, als könnte Jena in naher Zukunft für eine Trendwende sorgen.

Aktuell wirkt es eher so, als würde Carl Zeiss ein gern gesehener Gegner bleiben. Denn die drei Punkte kann man im Normalfall mit fast hundertprozentiger Sicherheit einplanen...

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