Bitte recht freundlich! Bundespolizei in Dresden stattet Beamte ab heute mit Bodycams aus

Dresden - Bitte recht freundlich! Die Bundespolizeiinspektion Dresden hat ihre Beamten seit heute mit Bodycams ausgestattet.

Diese Bodycams tragen die Beamten ab sofort mit sich herum.
Diese Bodycams tragen die Beamten ab sofort mit sich herum.  © Holm Helis

An den Bahnhöfen, im Zug und am Flughafen sind die Streifenpolizisten damit im Einsatz. Die Nutzung unterliegt strengen Bestimmungen. Überwacht werden alle Beteiligten.

"Videoüberwachung" prangt in großen Lettern vorn und hinten auf der Weste der Polizisten. Die Bodycam selbst wird vorn an der Brust getragen und ist per bluetooth mit dem Funkgerät verbunden.

"Es ist ein Mehr an Sicherheit und Transparenz, hilft bei der Aufklärung und dient der Prävention", fasst Polizeidirektor Rico Reuschel (49) zusammen.

Nicht nur das Gegenüber des Polizisten wird von der Motorola-Kamera gefilmt und Gesagtes von fünf Mikrofonen aufgenommen, auch der Beamte selbst bekommt sein Verhalten gespiegelt.

Er hat das Gerät über die Eingabe eines persönlichen Codes personifiziert. Dauerhaft läuft die Kamera (1080 Pixel-Auflösung, 64 Gigabyte Speicherplatz, bis zu fünf Stunden Aufzeichnungen) jedoch nicht. Nur in einer Gefahrensituation - wenn ein Polizist beispielsweise angegriffen wird - drückt der Beamte das Knöpfchen.

Das darf er außerdem nur im öffentlichen Raum, also nicht in einer Toilette, nicht in Sicherheitsbereichen. Die Aufzeichnungen landen in einer Cloud und haben eine Speicherfrist von 30 Tagen. Der einfache Polizist hat übrigens keinen Zugriff auf die Löschfunktion. 32 Geräte hat die Dresdner Inspektion für rund 400 Beamte bekommen.

Die Polizeidirektion Dresden setzt an "gefährlichen Orten" (hohe Kriminalitätsbelastung) seit November 2017 24 Bodycams im Bereich der Reviere Mitte und Nord ein. Zum Ende des Jahres läuft das Pilotprojekt aus.

Nicht alle Polizisten bekommen eine Bodycam

Deutlich sichtbar sind die Kameras an der Uniform der Beamten.
Deutlich sichtbar sind die Kameras an der Uniform der Beamten.  © Holm Helis

"In Anbetracht der bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse sowie der neuen rechtlichen Möglichkeiten, sollen sogenannte Bodycams künftig landesweit in der sächsischen Polizei eingesetzt werden", so Andreas Kunze-Gubsch, Sprecher des Innenministeriums.

Nicht alle Polizisten werden eine Bodycam tragen. Geplant ist, dass auf jedem Streifenwagen ein Gerät mitgeführt wird.

Dafür sollen über einen Zeitraum von zwei Jahren, beginnend im Jahr 2020, insgesamt 1.450 Bodycams beschafft werden.

Innenminister Roland Wöller (49): "Erfahrungen aus anderen Bundesländern sowie die Ergebnisse unseres eigenen Pilotprojektes in Sachsen zeigen, dass der Einsatz von Bodycams drohender Gewalt entgegenwirken kann. Die Bodycam wird damit ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand zum besseren Schutz unserer Polizistinnen und Polizisten aber auch Beweismittel zum Nachweis begangener Straftaten."

Das neue Equipment der Bundespolizeiinspektion Dresden.
Das neue Equipment der Bundespolizeiinspektion Dresden.  © Holm Helis

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