Bundespräsident Steinmeier erhält Erntekrone in Ostsachsen, Landwirte demonstrieren

Bautzen - Hoher Besuch in Ostsachsen: Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (64) kommt zu einem Erntedankgottesdienst vorbei und die sächsischen Bauern nutzen die Chance, um zu protestieren.

Entlang der Zufahrtswege zum Bildungsgut Schmochtitz in Bautzen demonstrieren zahlreiche sächsische Landwirte.
Entlang der Zufahrtswege zum Bildungsgut Schmochtitz in Bautzen demonstrieren zahlreiche sächsische Landwirte.  © Lausitznews/Toni Lehder

Am heutigen Sonntag soll Steinmeier zunächst um 11 Uhr an dem ökumenischen Gottesdienst teilnehmen, anschließend geht es für ihn weiter zum Bildungsgut Schmochtitz Sankt Benno in Bautzen.

Dort nimmt der Bundespräsident eine traditionelle Erntekrone vom Bauernverband und dem Landfrauenverband entgegen. Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (45) soll bei der Übergabe anwesend sein.

Zahlreiche Bauern der "Land schafft Verbindung"-Bewegung (LsV) nutzen diese Gelegenheit, um auf die Probleme der Landwirtschaft hinzuweisen.

Ihre Botschaft lautet dabei: "Bauern in Not, dank Wolf und ASP gibt's bald kein Brot!" Gemeint ist damit zum einen die hohe Zahl an Wolfsangriffen und zum anderen die afrikanische Schweinepest (ASP), die vor einigen Wochen in Deutschland nachgewiesen wurde.

Seit den frühen Morgenstunden stehen deshalb zahlreiche Landwirte mit ihren Traktoren, sowie mit Schildern und Transparenten auf den Zufahrtsstraßen nach Schmochtitz. 

Darauf schreiben sie unter anderem "Wölfe töten Wildtiere" oder "die Politik schläft". Außerdem würde die aktuelle Politik "nicht nur die Landwirtschaft ruinieren."

Demo soll Gottesdienst nicht behindern

Trotz des Unmuts innerhalb der Bauern-Bewegung hat der LsV in seinem Aufruf ganz ausdrücklich geschrieben, dass der Erntedankgottestdienst kein Ziel der Demonstration sei und "nicht gestört oder behindert" werden solle.

Stattdessen erklären sie: "Wir wollen gehört und gesehen werden und das passiert auf allen Zufahrtswegen."

Nach Angaben des Bundespräsidialamtes will sich Steinmeier später auch noch mit vier Mitarbeiterinnen der Diakonie und der Caritas treffen, die sich in der Corona-Pandemie besonders um Senioren in der Lausitz kümmern.

Titelfoto: Lausitznews/Toni Lehder

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