Geil aufs Wählen? Wahlwerbung auf Pornoseiten

So werden die Anzeigen von der Kooperative Berlin auf Purnhub angezeigt.
So werden die Anzeigen von der Kooperative Berlin auf Purnhub angezeigt.  © Screenshot/Kooperative Berlin

Berlin - Am Sonntag findet endlich die Bundestagswahl 2017 statt. Dafür haben die Parteien in den letzten Wochen und Monaten ordentlich die Werbetrommel gerührt.

Doch da Wählen bekanntlich Bürgerpflicht ist, riefen auch andere dazu auf, am Sonntag seine Stimme abzugeben.

So auch die Kooperative Berlin, die es sich nicht nehmen lassen wollte Wahlwerbung zu machen. In der Regel sind die Mitarbeiter vor allem auf Facebook und Twitter aktiv, wollten diesmal aber eine breitere Masse, als nur ihre Follower, ansprechen.

Ihr Ziel war es vor allem, rechten Parteien die Stimmen zu klauen.

Wie erreicht man also möglichst viele Nutzer im Netz, ohne dabei viel Geld ausgeben zu müssen?

Wer aktuell auf Pornoseiten unterwegs ist, kann auf die Wahlwerbung stoßen. (Symbolbild)
Wer aktuell auf Pornoseiten unterwegs ist, kann auf die Wahlwerbung stoßen. (Symbolbild)  © DPA (Bildmontage), (Symbolbild)

"Wir schalten Anzeigen! Auf Websites, die bekannt sind für viel Traffic und eine breite Zielgruppe", schrieben sie auf ihrer Homepage.

Und was liegt näher, um witzige Wortspiele machen zu können als Pornoseiten? So sind aktuell auf XHamster, Pornhub, Youporn, RedTube, XTube und Co. die Anzeigen zu sehen.

Die mussten natürlich auf die Zielgruppe bestens abgestimmt sein. So entschieden sich die Mitarbeiter für Animationen in Form von Gifs. "Heiße Girls und Boys in deiner Nähe? Sonntag Wählen gehen", heißt es da beispielsweise.

In einer anderen Anzeige steht provokativ: "Nazis ficken? Wählen gehen!", was nach einiger Zeit geändert werden musste. Denn dem Werbevermarkter wurde das schnell zu heiß. So heißt es jetzt "Populisten", statt "Nazis".

Auch eine Anspielung auf Erektionsprobleme ist dabei: "Enttäuscht? Aufgegeben? Warum kommst du nicht? Wählen gehen", heißt es in einer anderen Anzeige. Das Konzept scheint aufzugehen. So sollen bereits in den ersten Tagen erstaunlich viele Nutzer die Werbung angeklickt haben.

Die kommen dann auf eine Internetseite, die in zwei kurzen Schritten über die Wahl informiert. Wer dann doch wieder dahin zurück möchte, wird im dritten und letzten Schritt zum weitermachen aufgefordert.

Diese Anzeigen sollen aktuell auf Pornoseiten zum Wählen animieren.
Diese Anzeigen sollen aktuell auf Pornoseiten zum Wählen animieren.  © Screenshot/Kooperative Berlin

Titelfoto: DPA (Bildmontage), (Symbolbild)


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