Gibt es jetzt Konsequenzen? So schnitten die Parteien in NRW ab

SPD-Landeschef Michael Groschek (60) ist mit dem Abschneiden seiner Partei nicht zufrieden.
SPD-Landeschef Michael Groschek (60) ist mit dem Abschneiden seiner Partei nicht zufrieden.  © DPA

NRW - Nach der Bundestagswahl mit deutlichen Verlusten für die große Koalition wird die Debatte über die Konsequenzen aus der Wahl auch in Nordrhein-Westfalen geführt.

Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen vor vier Monaten hat nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Volker Kronenberg die Richtung für die Bundestagswahl gewiesen. Die Wahl im Mai sei der "Trendsetter" für das Ergebnis von diesem Sonntagabend gewesen, sagte der Professor von der Universität Bonn der. In so kurzer Zeit habe man keine Trendumkehr erwarten können.

Die Führung der NRW-SPD reagierte noch am Sonntagabend mit einer Absage an die Fortsetzung der großen Koalition auf die schwere Wahlniederlage. SPD-Landeschef Michael Groschek nannte das Abschneiden der Sozialdemokraten "eine historische Niederlage".

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kritisierte die Absage der Sozialdemokraten an eine Regierungsbeteiligung auf Bundesebene. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Sozialdemokraten wenigstens Gespräche geführt und ihrer Verantwortung gerecht geworden wären", sagte Laschet im ZDF. Die Bundesrepublik befinde sich in einer "ganz besonderen Lage". "Da kann man sich keine parteipolitischen Spielchen leisten. Alle müssen jetzt die wichtigen Themen in den Blick nehmen."

Schwere Verluste für CDU und SPD, kräftige Gewinne von FDP und AfD: Die Wähler haben bei der Bundestagswahl die politischen Kräfteverhältnisse in Nordrhein-Westfalen deutlich verschoben. Union und Sozialdemokraten fuhren dem vorläufigen Ergebnis zufolge ihre schlechtesten Ergebnisse bei einer Bundestagswahl in NRW ein. Die FDP wurde in NRW, anders als im Bund, drittstärkste Kraft vor AfD.

Die CDU wurde mit 32,6 Prozent stärkste Partei. Im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 verloren die Christdemokraten allerdings 7,1 Prozentpunkte. Die SPD kam auf 26,0 Prozent, 5,9 Punkte weniger als vor vier Jahren. Die FDP konnte ihren Stimmenanteil auf 13,1 Prozent mehr als verdoppeln (plus 7,9 Punkte), die AfD erreichte 9,4 Prozent (plus 5,5 Punkte). Die Grünen liegen in NRW bei 7,6 Prozent (minus 0,4 Punkte) und die Linke bei 7,5 Prozent (plus 1,3 Punkte).

Die Wahlbeteiligung stieg in NRW gegenüber der Bundestagswahl 2013 um 3,0 Punkte auf 75,4 Prozent.

Titelfoto: DPA


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