Neue Bronzefigur: Mord an Burak B. bis heute nicht aufgeklärt
Berlin - Sechs Jahre nach dem bisher nicht aufgeklärten Mord an dem 22 Jahre alten Burak B. in Berlin-Neukölln wird am Sonntag um 15 Uhr eine Gedenkskulptur aufgestellt.
Die fast zwei Meter hohe Bronzefigur steht dann nahe dem Tatort an der Rudower Straße. Bezahlt wird die spiralförmige Skulptur von der "Initiative für die Aufklärung des Mordes". Sie sammelte nach eigenen Angaben etwa 50.000 Euro Spenden. Aktuell erinnert dort eine Gedenktafel an den Mord.
Der unbekannte Täter war am Abend des 5. April 2012 nahe einer Gruppe junger Männer aufgetaucht, zu der auch Burak B. gehörte. Er schoss mehrmals auf die Männer. Burak B. starb, zwei andere Männer wurden lebensgefährlich verletzt.
Die Initiative, Verwandte von Burak B. und Anwälte wollen mit der Aktion die Erinnerung an das Verbrechen wachhalten. Und zugleich weiter die Frage stellen, ob der Mord aus einem rassistischen Motiv geschah. Sie kritisieren die Polizei und werfen ihr vor, zu wenig in Richtung eines rassistischen Tatmotivs und eines möglichen Neonazis als Täter ermittelt zu haben.
Die Staatsanwaltschaft weist die Vorwürfe zurück. Die Ausgangslage sei sehr schwierig, der Täter sei wort- und spurlos verschwunden, hieß es immer wieder. Die Kriminalpolizei habe detailliert gearbeitet und sei allen Spuren nachgegangen.
Die Fahnder hätten zahlreiche Zeugen befragt, seien mehr als 130 Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen und hätten Listen rechtsextremer Täter abgeglichen.
Update 18 Uhr:
Im Gedenken an den vor sechs Jahren erschossenen Burak B. ist am Sonntag in Berlin-Neukölln eine Bronzeskulptur aufgestellt worden. Einige hundert Menschen kamen zum Standort nahe dem damaligen Tatort an der Rudower Straße.