Gefährlicher Brauch. Kokosnuss-Viagra bringt Männer fast um

In den Flüchtlingscamps an der thailändisch-burmesischen Grenze werden Mediziner mit einem ganz speziellen Phänomen konfrontiert.
In den Flüchtlingscamps an der thailändisch-burmesischen Grenze werden Mediziner mit einem ganz speziellen Phänomen konfrontiert.

Burma - Es ist eine Tradition, die unter die Haut geht. Um ihren Penis besonders mächtig erscheinen zu lassen, greifen die Männer des Karen-Volkes aus Burma nicht etwa zur blauen Pille, sondern zu einem ganz natürlichen Mittel: Kokosnussöl. Doch das hat Konsequenzen, die die Schmerzgrenze weit überschreiten.

Das Magazin Vice hat sich in einem Flüchtlingscamp in Burma umgehört, in dem die verfolgte ethnische Minderheit auf eine Aufenthaltsgenehmigung in Thailand wartet. Oft helfen hier Medizinstudenten aus, kümmern sich um Kranke und Verletzte. Doch von dem Ritual, das die Karen-Männer praktizieren, hatten die meisten wohl noch nie gelesen.

Denn das "Karen-Viagra" ist ein Mythos, dem wohl nur diese Volksgruppe verfallen ist. "Diese Männer haben einfach kleine Penisse und wollen ein größeres Gemächt", erklärt die angehende Ärztin Koko dem Magazin. 

Um sich majestätische Größe zu verleihen, wird dabei zu Kokosöl gegriffen. Das spritzen sich die oft alkoholisierten Männer - Augen zu und durch - dann in den Penis und die Hoden. Aua!

Mit dem Öl der Kokosnuss wollen die Männer einen größeren Penis erreichen. Doch nach zwei Jahren leiden sie unter Höllenqualen.
Mit dem Öl der Kokosnuss wollen die Männer einen größeren Penis erreichen. Doch nach zwei Jahren leiden sie unter Höllenqualen.

Zwei Jahre lang lässt sich anscheinend von der Spezialbehandlung profitieren, denn das Öl sorgt tatsächlich für mehr Volumen - doch dann wird es richtig übel.

"Nun, zuerst verhärtet sich das Kokosöl rund um den Penis, also zwischen der Haut des Schafts und dem eigentlichen Organ. Nach ein paar Jahren funktioniert der Penis dann einfach nicht mehr—das äußert sich durch Schwierigkeiten beim Pinkeln, durch weniger Empfindlichkeit, durch Schmerzen und durch Erektionsprobleme. So fällt letztendlich auch der Sex weg", erzählt Koko weiter.

Doch nur wenige der Betroffenen trauen sich, das Geheimnis hinter ihren intimen Höllenqualen zu verraten. Was viele auch nicht wissen: Landet das schmerzende Glied erstmal auf dem Op-Tisch, ist danach nicht mehr viel davon da.

Empfindliche Gemüter sollten jetzt besser aufhören zu lesen.

Denn das Kokosöl verhärtet unter der Haut und muss mit einem Skalpell weggeschabt und geschnippelt werden. "Das Ganze ist wirklich so brutal, wie es sich anhört", gesteht Koko.

Sowas hält doch kein Mensch aus, besonders weil die Narkose oft schon nach 20 Minuten vorbei ist. Außerdem könnten die Männer dabei zusehen, "wie einem der Penis filetiert wird".

Die Medizinstudentin Koko wird diese Bilder nie wieder aus dem Kopf bekommen. Und die leichtsinnigen Männer haben sich ihr Liebesleben mit der lebensgefährlichen Volumenkur wohl ein für allemal versaut.