Schlichtung in Sicht? Busfahrer-Streik stellt Pendler auch heute vor Stress-Test

Frankfurt am Main - In ganz Hessen gehen auch am Dienstag die Streiks der Fahrer bei privaten Busunternehmen weiter.

Busse stehen am frühen Morgen des ersten Sterntages vor dem zentralen Bustepot in Offenbach.
Busse stehen am frühen Morgen des ersten Sterntages vor dem zentralen Bustepot in Offenbach.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Der unbefristete Arbeitskampf geht damit in die zweite Woche. Am Montag hatte die Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi den Streik trotz eines neuen Vorstoßes der Arbeitgeber nicht unterbrochen.

Zu den Details der Offerte schwiegen beide Seiten. Verdi teilte am Abend mit, dass für Dienstag eine Beratung für eine mögliche Schlichtung vereinbart sei.

Die Fahrer streiken bereits seit Dienstag vergangener Woche unbefristet für kräftige Lohnsteigerungen sowie mehr bezahlte Pausen und Urlaub. In mehreren Landkreisen und großen Städten wie Frankfurt, Darmstadt, Hanau und Fulda fielen viele Busverbindungen aus. Zahlreiche Pendler und Schulkinder waren betroffen und mussten sich neue Transportmöglichkeiten suchen.

An den Streiks hatten sich laut Gewerkschaft meist über 3000 Beschäftigte pro Tag beteiligt. Verdi fordert für die Busfahrer unter anderem die Erhöhung des Grundgehalts von jetzt 13,50 Euro auf 16,60 Euro die Stunde.

Der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer hatte sein erstes Angebot einmal aufgestockt, was Verdi aber nicht genügte.

Busfahrer streiken bis Sonntag weiter

Update 17.23 Uhr: Verdi will den Ausstand noch bis einschließlich Sonntag weiterführen. Das habe rechtliche und logistische Gründe, erklärte Verhandlungsführer Jochen Koppel auf Nachfrage.

Am Montag (2. Dezember) soll die Schlichtung beginnen. Als Mediator nannten der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) und Verdi den Mobilitätsbeauftragten des Hessischen Verkehrsministeriums, Volker Sparmann.

Sparmann hatte bereits vor zwei Jahren im Tarifstreit zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vermittelt.

Verdi und Arbeitgeber verhandeln über Schlichtung

Update 11.43 Uhr: Nach einer Woche Streik könnte Bewegung in den festgefahrenen Tarifstreit um die Fahrer privater Busunternehmen in Hessen kommen - doch noch ist nichts entschieden. Derzeit verhandele man über das Schlichtungsangebot der Arbeitgeberseite, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jochen Koppel am Dienstagmittag. Es stehe daher noch nicht fest, ob auch am Mittwoch weitergestreikt werde. Weitere Details nannte Koppel zunächst nicht.

Für Dienstag hatte die Gewerkschaft erneut rund 3100 Männer und Frauen aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Bereits in der vergangenen Woche und am Wochenende hatte der unbefristete Ausstand in mehreren hessischen Städten - darunter Frankfurt, Darmstadt und Kassel - den Busverkehr in großen Teilen lahmgelegt.

Nach mehreren Streik-Tagen hatte die Arbeitgeberseite laut Verdi dann am Sonntag eine Schlichtung vorgeschlagen, wie sei bereits im vorangegangenen Tarifstreit aus dem Jahr 2017 zum Erfolg geführt hatte.

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

Mehr zum Thema Frankfurt Wirtschaft:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0