Heftiger Beef zwischen Bushido und Fler vor Gericht: Textzeilen aus Disstrack "NONAME" müssen geändert werden

Berlin/München - Die jüngste Episode im Dauerstreit zwischen den Rappern Bushido und Fler wird am Mittwoch (11 Uhr) vor dem Münchner Landgericht verhandelt.

Ab Mittwoch stehen sich die Anwälte von Bushido (41, Foto) und seinem Kontrahenten Fler (37) gegenüber.
Ab Mittwoch stehen sich die Anwälte von Bushido (41, Foto) und seinem Kontrahenten Fler (37) gegenüber.  © dpa/Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild

Bushidos Ehefrau, Anna-Maria Ferchichi, will Fler einzelne Textpassagen aus dessen Song "Noname" über sich verbieten lassen, hieß es vom Gericht. Fler (bürgerlich Patrick Losensky) sieht die Aussagen von der Kunstfreiheit gedeckt, wie sein Anwalt Christian-Oliver Moser sagte.

Gegenüberstehen werden sich aber nur die Anwälte der Kontrahenten, deren persönliches Erscheinen wurde vom Gericht nicht angeordnet.

Der Prozess ist die jüngste Entwicklung in einem für Außenstehende mitunter bizarr anmutenden Streit zwischen Fler und Bushido (bürgerlich Anis Mohamed Ferchichi). Wie in der Rap-Szene üblich, tragen sie ihn vor allem über Songtexte aus, in denen sie sich gegenseitig beleidigen.

Zuletzt rappte Bushido im Song "Renegade" über Fler, dieser habe eine Karotte im Anus stecken, worauf dieser mit dem Lied "Noname" reagierte. Darin teilte er gegen Anna-Maria Ferchichi aus und behauptete unter anderem, Bushido sei nicht der Vater der Kinder des Paares.

Ehefrau Ferchichi hat nach Medienberichten noch einen Sohn aus früherer Ehe. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hatte Fler gesagt: "Ich hätte vielleicht genauer sein und von einem Kind sprechen sollen. Ich wollte nur unterstreichen, dass seine Frau schon viele Männer hatte."

Mahnung: Kinder sind tabu

Fler behauptete in seinem Song Noname, Bushidos Kinder seien nicht seine eigenen.
Fler behauptete in seinem Song Noname, Bushidos Kinder seien nicht seine eigenen.  © dpa/Britta Pedersen

Update, 13.46 Uhr

Etappensieg für Bushido im bizarren Dauerstreit mit seinem Berliner Rivalen: Der Rapper Fler muss nach einer Gerichtsentscheidung den Text seines Songs "Noname" ändern, in dem er gegen Bushidos Frau und die gemeinsamen Kinder des Paares austeilt.

Das Landgericht München I untersagte Fler (bürgerlich Patrick Losensky) am Mittwoch, weiter zu behaupten, Bushido (bürgerlich Anis Ferchichi) sei nicht der Vater der vier gemeinsamen Kinder mit Anna-Maria Ferchichi.

Auch dass stattdessen der gesamte Kader des SV Werder Bremen als Vater in Betracht komme, darf er nicht weiter rappen.

Hintergrund ist ein seit Jahren andauernder Streit zwischen den Berliner Rappern, der szeneüblich über Songtexte ausgetragen wird, in denen sie sich gegenseitig beleidigen. Zuletzt rappte Bushido im Song «Renegade» über Fler, dieser habe eine Karotte im Anus stecken - worauf dieser mit dem Lied "Noname" reagierte, das er nach der Gerichtsentscheidung nun ändern muss.

Die Kinder der Ferchichis - der älteste gemeinsame Sohn ist sieben Jahre alt - haben damit laut Gericht aber nichts zu tun, sie könnten sich nicht wehren und seien durch "Noname" in ihrer Persönlichkeitsentwicklung eingeschränkt. Ihre Mutter allerdings müsse beleidigende und unwahre Zeilen über sich hinnehmen. Sie hatte sich laut Gericht auf Instagram in den Streit eingemischt und ihrerseits Fler beschimpft.

Der bislang nur im Internet veröffentlichte Track "Noname" müsse nun offline genommen und die Textstellen abgeändert werden, sagte Flers Rechtsanwalt Christian-Oliver Moser. Ferchichis Anwältin Eva Frauenschuh erklärte, sie wolle eine Berufung gegen die Entscheidung prüfen.

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