BVB bei Nervenschlacht in Leverkusen zu naiv! Can: "Kassieren zu einfach Gegentore"

Leverkusen/Dortmund - Fassungslose Gesichter beim BVB nach der 3:4-Pleite bei Bayer 04 Leverkusen! Dass Borussia Dortmund dieses nervenaufreibende Spiel innerhalb von etwas mehr als einer Minute noch aus der Hand gibt, wirft viele Fragen auf.

Die zweite Pleite in Folge bringt auch BVB-Coach Lucien Favre wieder in Erklärungsnot.
Die zweite Pleite in Folge bringt auch BVB-Coach Lucien Favre wieder in Erklärungsnot.  © dpa/Bernd Thissen

Einige davon beantwortete Emre Can, der an alter Wirkungsstätte in Leverkusen ein gutes Debüt feierte und mit einem Traumtor die zwischenzeitliche 2:1-Führung des BVB erzielte (33. Minute) und bei "Sky" sagte: "Wir kriegen zu einfach Gegentore. Ich bin erst seit einer Woche hier dabei. Aber die Mannschaft, die wirklich extrem Potenzial hat, muss eines lernen: Man muss - auf gut Deutsch gesagt - einfach dreckiger sein, auch mal Foul spielen."

Der deutsche Nationalspieler fügte hinzu: "Alle zusammen müssen verteidigen. Wir müssen alle zusammen defensiv besser stehen - von vorne bis hinten. Da meine ich nicht nur den Torwart oder die Verteidiger, sondern alle."

Damit legte er den Finger genau in die offene Wunde. Denn der BVB zeigte sich zum wiederholten Mal hinten äußerst anfällig. Immer wieder gab und gibt es individuelle Aussetzer und Unaufmerksamkeiten, die Dortmund um den Lohn der spielerischen Überlegenheit bringen.

Dazu fehlt einigen Angreifern die defensive Entschlossenheit in den Zweikämpfen, weshalb Cans Analyse den Nagel auf den Kopf trifft. Wie einfach sich die Borussia beispielsweise vor dem 0:1 durch Kevin Volland ausspielen und abschütteln ließ, sprach Bände (20.). Wenn dazu gute Chancen ausgelassen werden und der BVB sich trotz des großen Potenzials phasenweise immer wieder extrem schwertut, Gelegenheiten zu kreieren, scheint auch die Balance im Spiel der Mannschaft nicht zu stimmen.

Auch Borussia Dortmunds Sportchef Michael Zorc rätselt, warum der BVB auswärts zu oft verliert

Emre Can (vorne-rechts) sprach ganz offen die Probleme des BVB an.
Emre Can (vorne-rechts) sprach ganz offen die Probleme des BVB an.  © dpa/Guido Kirchner

Deshalb war auch Michael Zorc angefressen: "Das tut weh! Das ist einfach sehr enttäuschend, weil wir bis zur 80. Minute ein gutes Spiel gemacht und verdient geführt haben", sagte der BVB-Sportdirektor.

"Dann sind wir in den entscheidenden Momenten einfach zu passiv gewesen und haben Leverkusen noch gestattet, das Spiel zu drehen. (...) Wir haben alle vier Gegentore einfach hergegeben. Dieses Problem begleitet uns schon länger."

Was ihn ebenfalls bedenklich stimmte, ist die Auswärtsschwäche seines Teams. Schon sieben Niederlagen kassierte Dortmund in der Fremde, während man im Signal Iduna Park weiterhin ungeschlagen ist.

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Zorc rätselt deshalb: "Zu Hause sind wir eine absolute Macht, gewinnen die allermeisten Spiele auch souverän. Das ist schon ein Teil unseres Problems, dass wir es auswärts einfach nicht schaffen, das Ding einzutüten - selbst wenn wir lange Zeit so spielen wie heute." Am Freitag (20.30 Uhr) kann der BVB dann daheim gegen Eintracht Frankfurt wieder in die Spur finden.

Allerdings fegte die SGE den FC Augsburg mit 5:0 weg und ist daher in guter Verfassung. Ein Sieg in diesem Spiel wäre für Dortmund extrem wichtig. Schließlich wirft das Champions-League-Achtelfinalhinspiel gegen den FC Paris Saint-Germain (18. Februar, 21 Uhr) langsam seine Schatten voraus. Dazu droht auch noch der Ausfall von Julian Brandt, der sich am Sprunggelenk verletzt hat. Wie lange er ausfällt, ist noch nicht bekannt.

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