Bayern vs. BVB: Darum ist der Kampf um die Deutsche Meisterschaft unberechenbar!

Dresden - Verkorkstes Wochenende für Borussia Dortmund! Der BVB hat nicht nur das prestigeträchtige Revierderby gegen den FC Schalke 04 im heimischen Signal Iduna Park mit 2:4 (1:2) verloren, sondern muss mindestens im kommenden Spiel auch noch auf Kapitän Marco Reus und den offensiven Rechtsverteidiger Marius Wolf verzichten.

Bayern um Joshua Kimmich (r.) konnte den Patzer des BVB (2:4 gegen den FC Schalke 04) nicht nutzen und spielte nur 1:1 in Nürnberg. (Bildmontage)
Bayern um Joshua Kimmich (r.) konnte den Patzer des BVB (2:4 gegen den FC Schalke 04) nicht nutzen und spielte nur 1:1 in Nürnberg. (Bildmontage)  © DPA

Innerhalb von fünf Minuten kassierten beide nach groben Fouls gegen Schalkes Suat Serdar jeweils die Rote Karte.

Dazu kam eine umstrittene Handelfmeter-Entscheidung von Schiedsrichter Felix Zwayer.

Doch Schalke spielte stark, zeigte sich erstmals seit langer Zeit wieder effektiv und zog Dortmund mit einer massierten Deckung und dem entsprechenden Spielglück den Zahn.

Der FC Bayern München konnte diese Steilvorlage überraschenderweise nicht nutzen und kam beim Vorletzten 1. FC Nürnberg nicht über ein 1:1 heraus, hatte dabei sogar Glück, dass der Tabellenvorletzte in der 90. Minute durch Tim Leibold einen Elfmeter nur an den rechten Innenpfosten schoss.

Die Münchner trafen gleich zweimal die Latte und vergaben in der Nachspielzeit die große Chance zum Sieg - das hätte es so vor einem Jahr noch nicht gegeben!

Deshalb bleibt das Titelrennen weiter extrem spannend, weil beide Mannschaften weiterhin ihre Ausrutscher haben und nicht souverän wirken. Auch das Restprogramm hat es in sich: Der BVB muss noch beim SV Werder Bremen antreten (4. Mai, 18.30 Uhr), empfängt Fortuna Düsseldorf (11. Mai, 15.30 Uhr) und spielt bei Borussia Mönchengladbach (18. Mai, 15.30 Uhr).

Bayern hat einen Pflichtsieg gegen Hannover 96 eingeplant (4. Mai, 15.30 Uhr), muss dann aber bei RasenBallsport Leipzig ran (11. Mai, 15.30 Uhr) und bekommt es zum großen Finale daheim mit Eintracht Frankfurt zu tun (18. Mai, 15.30 Uhr). Ein echter Favorit ist nicht auszumachen, auch wenn Bayern weiterhin knapp die Nase vorn zu haben scheint.

RB Leipzig sicher in der Champions League

RB Leipzig hat die Qualifikation für die Champions League nach dem 2:1-Erfolg gegen den SC Freiburg bereits drei Spieltage vor Schluss in der Tasche.
RB Leipzig hat die Qualifikation für die Champions League nach dem 2:1-Erfolg gegen den SC Freiburg bereits drei Spieltage vor Schluss in der Tasche.  © DPA

Hinter den beiden Teams an der Spitze festigte RB den Bronzerang mit einem hart erkämpften 2:1-Erfolg gegen den SC Freiburg. Der Dreier war gleichbedeutend mit der Qualifikation für die Königsklasse.

Das Team von Ralf Rangnick liegt mittlerweile schon zehn Punkte vor dem Vierten Eintracht Frankfurt. Die SGE kam nach kräftezehrenden Englischen Wochen gegen Hertha BSC nämlich nicht über ein müdes 0:0 hinaus.

Für die Berliner war es das zweite torlose Remis in Folge, die Eintracht konnte den Vorsprung auf Rang fünf dennoch um einen Zähler auf drei Punkte ausbauen, weil Borussia Mönchengladbach überraschend mit 0:1 beim VfB Stuttgart verlor.

Die Fohlen konnten somit nicht nur keinen Druck auf Frankfurt ausüben, sondern spüren den Atem der Konkurrenz im Nacken.

Denn bereits am Freitagabend sicherte sich Bayer 04 Leverkusen mit einem beeindruckenden 4:1-Triumph beim FC Augsburg den sechsten Platz, hat damit die Europa-League-Qualifikation vor Augen und schielt sogar noch auf die Champions League.

Hoffenheim lässt abreißen, Wolfsburg zurück im Kampf um Europa

Wolfsburg um Torjäger Wout Weghorst (r.) hat nach dem 4:1-Sieg bei der TSG 1899 Hoffenheim wieder gute Chancen, noch auf einen Europa-League-Rang zu springen.
Wolfsburg um Torjäger Wout Weghorst (r.) hat nach dem 4:1-Sieg bei der TSG 1899 Hoffenheim wieder gute Chancen, noch auf einen Europa-League-Rang zu springen.  © DPA

Die TSG 1899 Hoffenheim hat hingegen einen erheblichen Rückschlag erlitten und ausgerechnet gegen Verfolger VfL Wolfsburg eine heftige 1:4-Heimpackung bekommen.

Damit liegen die Wölfe nur noch einen Zähler hinter den Kraichgauern und haben gute Chancen, noch auf den Zug nach Europa aufzuspringen.

Denn durch die Ergebnisse in den DFB-Pokal-Halbfinals steht fest, dass auch der siebte Rang noch für die Euro-League-Quali reicht, weil im Finale in Berlin mit Bayern und RB zwei Teams aufeinandertreffen, die ihr Ticket für die Königsklasse bereits gelöst haben.

Deshalb hat auch der Neunte SV Werder Bremen die Hoffnung trotz der herben 1:4-Pleite bei Fortuna Düsseldorf noch nicht gänzlich aufgegeben. Doch um ernsthafte Chancen zu haben, müsste der SVW wohl all seine verbleibenden drei Spiele gewinnen.

Im Tabellenkeller verschafften sich dagegen Schalke und Stuttgart Luft, doch auch Nürnberg beeindruckte beim verdienten 1:1 gegen die großen Bayern.

Hannovers knapper 1:0-Erfolg gegen den 1. FSV Mainz 05, für den es um nichts als die Ehre mehr geht, kommt hingegen nicht überraschend und wohl zu spät, um noch einmal ernsthaft Platz 16 ins Auge fassen zu können.

Aufstiegskampf in Liga zwei spitzt sich zu!

HSV-Coach Hannes Wolf steht mit seiner Mannschaft im Saisonendspurt gehörig unter Druck! Denn die Hamburger rutschten erstmals seit dem 10. Spieltag (!) auf einen Nicht-Aufstiegsplatz ab.
HSV-Coach Hannes Wolf steht mit seiner Mannschaft im Saisonendspurt gehörig unter Druck! Denn die Hamburger rutschten erstmals seit dem 10. Spieltag (!) auf einen Nicht-Aufstiegsplatz ab.  © DPA

Was ist denn bitte in der Spitze der 2. Bundesliga los? Der Tabellenführer (!) 1. FC Köln entlässt Trainer Markus Anfang wegen anhaltender Erfolglosigkeit - es wurde seit vier Spielen nicht gewonnen.

Dabei liegen die Kölner drei Spiele vor Saisonende sechs Punkte vor dem dritten Platz und brauchen nur noch einen Sieg, um sicher aufzusteigen.

Viel größere Sorgen hat da der Hamburger SV, der die extrem wichtige Begegnung beim 1. FC Union Berlin verlor (0:2) und damit gleich auf den vierten Platz abrutschte. Die Schadenfreude ist dem HSV in dieser Woche sicher, droht ihm doch der lange Zeit sicher geglaubte Aufstieg noch aus den Händen zu gleiten.

Für die Eisernen war der Erfolg gegen die Hansestädter hingegen ein ganz wichtiger Brustlöser nach zuvor fünf sieglosen Partien.

Die Gunst der Stunde nutzte auch der SC Paderborn 07, der das Verfolgerduell gegen den 1. FC Heidenheim mit 3:1 für sich entschied und als Neuling aus der 3. Liga den Aufstieg in die 1. Bundesliga nun selbst festzurren kann!

Das beweist einmal mehr, was der frühere BAK-Trainer Steffen Baumgart für großartige Arbeit leistet. Seine Mannschaft, die aus vielen Talenten und Spielern, die er aus unterklassigen Ligen holte, besteht, zeigt großartigen, mitreißenden Offensivfußball und liefert auch noch Ergebnisse - Hut ab!

Spannung im Tabellenkeller in Liga zwei und drei

Der VfL Osnabrück steht als Meister und Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest. Wer folgt den Lila-Weißen in den kommenden Wochen?
Der VfL Osnabrück steht als Meister und Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest. Wer folgt den Lila-Weißen in den kommenden Wochen?  © DPA

Diese vier Teams sollten den Aufstieg unter sich ausmachen. Spannend ist der Blick in den Tabellenkeller der 2. Liga: Der FC Ingolstadt 04 hat durch den 1:0-Sieg gegen Dynamo Dresden wieder Anschluss hergestellt und liegt als Tabellensiebzehnter nur noch einen Zähler hinter dem 1. FC Magdeburg, der seinerseits gegen die SpVgg Greuther Fürth mit 2:1 gewann und Rang 16 festigte. Da die Mannschaften davor bis auf die SGD gewannen, konnte der FCM keinen Boden gutmachen.

Eine Etage tiefer, in der 3. Liga ist eine weitere Entscheidung gefallen: Der VfL Osnabrück steht nach einem 2:1-Sieg beim FC Energie Cottbus als verdienter Meister fest.

Auch der Karlsruher SC hat nach dem 2:0-Auswärtssieg beim TSV 1860 München bei fünf Punkten Vorsprung auf den Halleschen FC (1:1 bei der SG Sonnenhof Großaspach) und sieben Zählern auf den SV Wehen Wiesbaden (Montag, 19 Uhr gegen den 1. FC Kaiserslautern) eine sehr gute Ausgangslage, bald den vorzeitigen Aufstieg feiern zu können.

Im Keller ist der Kampf um den Klassenerhalt groß, schließlich steigen in dieser Saison vier Mannschaften ab. Nur der VfR Aalen steht nach der 2:4-Heimniederlage gegen den KFC Uerdingen bereits als Absteiger in die Regionalliga (Südwest) fest.

Bedroht sind der SC Fortuna Köln (0:2 bei den Würzburger Kickers), Cottbus, Großaspach, während der FC Carl Zeiss Jena dank des 1:0-Sieges bei der SpVgg Unterhaching erstmals seit Anfang Februar die Abstiegsränge verließ. Doch Jena ist genauso wie der VfL Sportfreunde Lotte, Eintracht Braunschweig und Haching noch nicht aus dem Schneider.

Selbst 1860 München braucht noch Punkte, um auf Nummer sicher zu gehen. Spannung ist in den kommenden Wochen also garantiert.

Mehr zum Thema 1. Bundesliga:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0