Die Tricks des BVB: Darum entschied sich Haaland für Dortmund!

Dortmund - Heiß spekuliert wurde insbesondere Anfang Dezember, konkret und final war es dann letztlich kurz vor Silvester: Sturm-Juwel Erling Haaland wechselte zu Borussia Dortmund. Beim BVB schon lange auf dem Zettel, gab es schließlich eine Reihe kleiner Pflastersteine, die den Weg des Norwegers in den Signal Iduna Park ebneten.

Dicker Fisch! Auch wenn Haaland noch etwas schlaksig daherkommt, Hans-Joachim Watzke platzt dafür vor Stolz aus seinem Pullover.
Dicker Fisch! Auch wenn Haaland noch etwas schlaksig daherkommt, Hans-Joachim Watzke platzt dafür vor Stolz aus seinem Pullover.  © Joel Kunz/BVB Medien/dpa

Die Borussia ist in den letzten Jahren für ihr exzellentes Talente-Scouting bekannt. Nicht viele europäische Top-Klubs verstehen es, in einer solchen Schlagzahl junge, entwicklungsfähige und vorrangig europäische Talente zu entdecken und für vergleichbar kleines Geld zu verpflichten.

Die Ousmane Dembeles, Jadon Sanchos und Erling Haalands dieser Welt sind dafür wohl Beleg genug.

Dass ein Wechsel, wie der des norwegischen Emporkömmlings, keine Sache von einer Nacht ist, ist wohl logisch. Dass die Borussen den Stürmer jedoch schon seit nun mehr als drei Jahren fest im Blick haben und für eine - im Vergleich geringe - Ablösesumme von 20 Millionen Euro in die Bundesliga lotsen konnten, ist nicht zuletzt ein Statement und zeigt auch, wie es um den Stellenwert des Klubs im europäischen Spitzenfußball bestellt ist.

28 Mal waren Verantwortliche live vor Ort um sich Haaland anzuschauen. Letztlich waren viele Details ausschlaggebend für den Dortmund-Zuschlag. Berater-Ikone Mino Raiola sucht sich für seine Klienten nur den bestmöglichen Weg aus. Und er hat unlängst auch verraten, dass die Top-Klubs Schlange standen. So soll sich insbesondere Manchester United enorm um die Dienste des Knipsers bemüht haben.

Doch Raiola wiegelte ab: "Es ist schwierig für einen Spieler in seinem Alter, in England zu bestehen". Und weiter: "Wenn er gut genug ist, wird dieser Moment kommen und dann wird er in der Premier League strahlen. Jetzt lasst ihn erst einmal in Dortmund scheinen."

Hey there, i am using WhatsApp: Thomas Delaney und seine Charm-Offensive bei Haaland

Berater-Ikone Mino Raiola weiß genau, was für seien Schützlinge am Besten ist.
Berater-Ikone Mino Raiola weiß genau, was für seien Schützlinge am Besten ist.  ©  Olivier Anrigo/EPA/dpa

Bis dahin Dortmund. Aber warum denn ausgerechnet Dortmund und nicht vielleicht doch Turin, oder Red Bull Salzburgs Schwester Leipzig?

Ausschlaggebend waren hier laut "The Athletic" eine Reihe von Gründen. Neben dem exzellenten Ruf, den der BVB inzwischen international genießt in Sachen Know-How der Geschäftsführung, Talenteförderung und Spielstil, sollen unter anderem noch drei weitere Faktoren das Zünglein an der Wage gewesen sein.

Zum einen soll es mehrere Bauchpinsel- und Charm-Offensiven von Thomas Delaney via WhatsApp gegeben haben.

Der Däne habe einen sehr guten Draht zu dem Jungen und machte ihm den Wechsel zur Borussia schmackhaft. Unter anderem auch mit der Aussicht auf eine interessante und mit vollen Stadien bepackte Liga - vor allem aber mit Faktor zwei: Der Stimmung in Dortmund.

Einmal vor der gelben Wand zu treffen, das muss wohl ein kurzes Gefühl der Unsterblichkeit sein. Die Südtribüne ist berühmt-berüchtigt, wohl einzigartig in der Welt. Haaland, von Beruf Knipser, soll diese Vorstellung sehr gefallen haben.

Puma als Lockvogel für mehr Geld von Nike?

Gestatten: Südtribüne Dortmund. The Place to be für Erling Haaland.
Gestatten: Südtribüne Dortmund. The Place to be für Erling Haaland.  © Ina Fassbender/dpa

Ein weiterer Punkt ist dann noch der Ausrüster Puma. Der BVB hat erst im vergangenen Jahr den Ausrüster-Vertrag mit dem Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach verlängert.

Ein 19-jähriges Juwel, das möglicherweise in ein paar Jahren zu den gefragtesten Spielern der Welt gehört, das ist lukrativ.

Entsprechend bemüht ist man, ihn von seinem Nike-Vertrag loszueisen. Das wiederum treibt den Preis bei Nike. Und da kommt ein gewisser Mino Raiola ins Spiel, der Berater von Haaland. Ein Taktiker par excellence. Da, wo Geld und Verhandlungen in schier irren Größenordnungen zu Hause sind, macht er sich sein Frühstück.

Haaland ist indes auch in Dortmund angekommen, startet in die Vorbereitung auf die Rückrunde. Denn eines ist auch klar, was zählt, ist erst einmal "aufm Platz".

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