Watzke über Götze-Abgang vom BVB zum FC Bayern: "Dann ging die ganze Scheiße los"!

Dortmund - "Dann ging die ganze Scheiße los"! So drastisch formuliert es Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim "Aki" Watzke (60) in seinem Buch "Echte Liebe: Ein Leben mit dem BVB", das am 14. Oktober erscheint.

Hans-Joachim Watzkes Buch "Echte Liebe: Ein Leben mit dem BVB" erscheint am 14. Oktober.
Hans-Joachim Watzkes Buch "Echte Liebe: Ein Leben mit dem BVB" erscheint am 14. Oktober.  © dpa/Guido Kirchner

Das Buch liegt der "Bild"-Zeitung exklusiv in Auszügen vor. Mit seiner Aussage bezieht er sich auf die Abgänge von Mario Götze, Robert Lewandowski und Mats Hummels, die allesamt zum FC Bayern München gingen.

Wenn alle drei geblieben wären, ist sich Watzke sicher: "Die nächsten Jahre wären unsere Jahre gewesen, definitiv!"

Denn nach dem knapp verlorenen Champions-League-Finale 2013 im Wembley-Stadion gegen die Münchner (1:2) konnten die Schwarz-Gelben international bislang nicht nochmal für solch eine Furore sorgen.

Deshalb trauert Watzke dieser Zeit ein wenig nach und schreibt: "Wir hatten eine Weltklassemannschaft. Und wenn diese Mannschaft in ihrer Struktur nicht zerfleddert worden wäre, dann hätte diese Mannschaft auch die Champions League gewonnen. Hundertprozentig."

Zumal gerade der Wechsel von Götze einen faden Beigeschmack hatte. Denn die Bayern informierten den BVB nicht über die laufenden Gespräche.

Karl-Heinz Rummenigge gibt Fehler beim Transfer von Mario Götze vom BVB zum FC Bayern München zu

Hans-Joachim Watzke bei der Buchvorstellung mit Jürgen Klopp (r.).
Hans-Joachim Watzke bei der Buchvorstellung mit Jürgen Klopp (r.).  © dpa/Guido Kirchner

All das stritt auch Karl-Heinz Rummenigge nicht ab, der im Buch ebenfalls zu Wort kommt: "Beim Götze-Transfer habe ich Verständnis, dass sie beim BVB völlig sauer waren", so der Vorstandsvorsitzende des FCB.

"Wir hatten sie damals schließlich gar nicht kontaktiert, weil das auch der Wunsch von Marios Berater war. Alles sollte schön unter der Decke bleiben."

Er erklärte auch, weshalb der Wechsel Ende April 2013 bekanntgegeben wurde, was bei den Dortmunder Anhängern für großen Ärger sorgte: "Der ganze Transfer hatte eigentlich bis zum Ende der Saison geheim bleiben sollen", erklärte Rummenigge und fügte hinzu: "Aber Mario musste bei seiner Klausel ein Datum berücksichtigen und den BVB auch offiziell informieren, dass er seine Klausel zieht, für 37 Millionen den Verein am Saisonende verlässt. Und zu Bayern München wechselt."

Darunter litt auch Götzes damaliger Trainer: "Dann hat er Jürgen Klopp auch noch den letzten K.o. gegeben, als er ihm sagte, dass er mit Pep Guardiola arbeiten möchte. Als der Wechsel bekannt wurde, waren wir praktisch schon Deutscher Meister. Aber Dortmund spielte da in der Champions League sein Halbfinale gegen Real Madrid und wir gegen den FC Barcelona – und anschließend traten wir im Finale gegeneinander an. Das war vom Timing her natürlich total unglücklich", so Rummenigge weiter.

"In dieser Zeit war auch Akis Verhältnis zu mir nicht gut, natürlich auch nicht sein Verhältnis zu Uli [Hoeneß; Anmerkung der Redaktion]). Dafür hatten wir Verständnis."

Der Abgang von Mario Götze (l.) 2013 zum FC Bayern München hat für Hans-Joachim Watzke von immer einen faden Beigeschmack.
Der Abgang von Mario Götze (l.) 2013 zum FC Bayern München hat für Hans-Joachim Watzke von immer einen faden Beigeschmack.  © dpa/Guido Kirchner

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